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Viel zu oft schauen die Borussen wie hier Kapitän Lars Stindl guten Torchancen enttäuscht hinterher
Viel zu oft schauen die Borussen wie hier Kapitän Lars Stindl guten Torchancen enttäuscht hinterher (Foto: SiWe)

Fehlt uns Fans die (geistige) Frische?

Die Derbypleite gegen Köln macht missmutig, oder ist die Lage wirklich so, wie sie sich darstellt?

Uns hat die Frische gefehlt“, hatte André Schubert nach dem 1:1 in der Champions League gegen Celtic Glasgow erklärt. Fünf Worte, die auch nach dem 1:2 im rheinischen Derby gegen den 1. FC Köln die Runde machten, obwohl dieser eigentliche Saisonhöhepunkt nach einer zweiwöchigen Länderspielpause über die Bühne ging. Unter diesen Vorzeichen dürfen sich die Borussenfans wohl zumindest auf die neue Saison freuen, wenn sie schon an dieser Spielzeit vermutlich nicht mehr allzu viel Spaß haben werden – zumindest, denken wir positiv, was die Bundesliga angeht.

Borussia ist nach der bitteren Derbypleite meilenweit von einer weiteren Qualifikation für den Europapokal und damit einer „Frische raubenden“ Zusatzbelastung entfernt. Angesichts der jüngeren VfL-Vergangenheit sollte es zwar nicht komplett ausgeschlossen werden, dass Borussia noch einmal zumindest an die Europa-League-Plätze herankommt. Rein realistisch betrachtet, spricht jedoch nicht sehr viel dafür, trotz des selbst ernannten besten Spielerkaders aller Zeiten. Für diese Erkenntnis brauchte es das schlimme 1:2 gegen den 1. FC Köln eigentlich nicht. Nicht zum ersten Mal in dieser Spielzeit zeigte Borussia eine richtig starke erste Halbzeit, um dann im weiteren Spielverlauf immer zaghafter, ängstlicher, schlechter, ja und auch schlapper zu werden? Wenn das mit der Frische stimmen sollte und dann solche Auswirkungen hat, dann wäre das in erster Linie aber ein weiteres Argument für eine Trainerdiskussion, die zumindest im Anschluss an das Derby offiziell bei Borussia nicht aufkommen wollte.

Zwei, für die es in dieser Saison nicht so gut läuft:  Mo Dahoud (links) und Trainer André Schubert.  (Foto: SiWe)
Zwei, für die es in dieser Saison nicht so gut läuft: Mo Dahoud (links) und Trainer André Schubert. (Foto: SiWe)

Wer weiß, wie es drinnen aussieht, wenn Max Eberl seine Türe schließt?

Wer weiß aber, wie es drinnen aussieht, wenn Sportdirektor Max Eberl seine Bürotüre schließt und mit seinen Vertrauten die Situation bespricht? Es ehrt den Sportdirektor, wenn er sich vor den Trainer stellt und eine Diskussion um dessen Person nicht zulassen möchte. Es sprechen auch etliche Punkte für solch ein Vorgehen. Und doch ist die Lage derart brisant, dass der Autor dieser Zeilen nicht sicher sein kann, ob bei Erscheinen dieses Textes André Schubert noch im Amt ist. Zwei weitere Pleiten, eine davon gegen Manchester City relativ wahrscheinlich, in den beiden Heimspielen nach Köln, könnten auch Eberl zu anderen Aussagen und letztlich zu Taten veranlasst haben.

 Nur Pech oder das laut Eberl nicht auf Borussias Seite befindliche „Momentum“ können jedenfalls nicht für die enttäuschende Saison herhalten. Man mag sich nicht vorstellen, wenn es nicht mit dem Überwintern im Europapokal klappt oder die aktuelle DFB-Pokalrunde für Borussia im neuen Jahr beim Zweitligisten Spielvereinigung Greuther Fürth ein Ende nimmt. Dann ist diese Spielzeit zu Ende, verschenkt, zumindest dann, wenn wir zum jetzigen Zeitpunkt den Abstiegskampf ausschließen wollen, was im Rückblick der vergangenen Jahre und mit dem erwähnten Spielerkader aber auch eine Frechheit wäre, das nicht zu tun!

 Transfers auch mal gut, wenn sie nicht in die Philosophie passen.

Borussias Offensive geht zu fahrlässig mit dem Torchancen um, die Verwertung der erspielten Möglichkeiten ist schlicht mangelhaft. Hier rächt es sich, nicht in die Offensive investiert zu haben, obwohl ein bisschen Kleingeld dafür locker parat gestellt hätte werden können. Nur, und das spricht für die Verantwortlichen, aus purem Aktionismus handelt der VfL nicht. Fraglich bleibt dennoch, warum ein Anthony Modeste in Köln Tor um Tor schießt oder ein Vedad Ibisevic die Offensive in Berlin belebt?

Vielleicht, nur vielleicht, wären solche Transfers auch mal ganz gut, obwohl sie nicht direkt in die Fohlen-Philosophie passen. Vielleicht und nur vielleicht, wäre sogar ein Trainer für das „Momentum“ ganz gut, der nicht so richtig hinein passt, der den Karren aber wieder flott bekommt?

Borussia hat sich nach dem „Schubertschen Befreiungsschlag“ aus der letzten Saison kontinuierlich verschlechtert. Das ist Fakt. In der Verantwortung dafür steht der Coach. Wenn vorne die Chancen versiebt werden, hinten aber immer wieder Fehler direkt zu Gegentoren führen, dann gewinnt keine Mannschaft dieser Welt allzu viele Spiele. Das ist dann aber auch mit fehlender Frische nicht alleine zu erklären.

Die Stimmung im Umfeld scheint längst gekippt zu sein. Borussia macht es sich aber zumindest seit der damaligen Entlassung von Jos Luhukay nicht mehr einfach, solche Entscheidungen zu treffen. Das ist gut so. Dabei ist es müßig, ob Schubert ein Fußballfachmann ist oder nicht: diese Situation wäre für einen neuen Trainer an der Seitenlinie und damit auch für die Mannschaft leichter zu lösen. Die Verantwortlichen des VfL müssen sich aber einfach überlegen, ob sie Schubert zutrauen, dass er den VfL über diese vermutlich abzuhakende Saison hinaus wieder auf Touren bringen kann, dass er die vielen Talente des Vereins nach vorne bringen kann, dass er die schlechte Chancenverwertung und die vielen dummen Gegentore abstellen kann. Dass Borussia einmal 1:0 in Führung liegend, nicht mehr gleichbedeutend als Sieger den Platz verlässt, wie es vor wenigen Jahren der Fall war, daran haben wir uns lange gewöhnt. Es wäre nur schön, wenn es irgendetwas gäbe, an dem sich der hiesige Fußballfan für die Zukunft klammern kann. An die Europa League und den DFB-Pokal mag man da nicht unbedingt denken: derzeit! Vielleicht fehlt uns VfL-Fans dazu aber auch nur die (geistige) Frische.

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