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Ein Lichtblick beim VfL in dieser Saison ist der junge Franzose Michaël Cuisance, der schon gezeigt hat, welches Talent in ihm steckt / Foto: VFL Borussia Mönchengladbach
Ein Lichtblick beim VfL in dieser Saison ist der junge Franzose Michaël Cuisance, der schon gezeigt hat, welches Talent in ihm steckt / Foto: VFL Borussia Mönchengladbach

Angst braucht niemand zu haben. Goldener Oktober, Balsam für die VfL-Seelen?geht’s Borussia!

Borussia scheint immer mehr vom Weg zur To pmannschaft abzukommen, der Herbst stellt nun die Weichen

Text: Ingo Rütten

Wie gut, dass jetzt nach der Partie gegen Hannover 96 erst einmal zwei Wochen Bundesligapause ist: Völlig ungeachtet des Resultates gegen den bislang erfolgreich aufspielenden Aufsteiger aus Niedersachsen und dem bisherigen Abschneiden Borussias in dieser Saison, hat der VfL nun ein paar Tage Zeit; um sich zu besinnen, um angeschlagene Akteure zu pflegen und um an manchen Schrauben zu drehen, die offensichtlich in der Sommervorbereitung nicht ganz so in die richtige Stellung gebracht wurden.

Die peinliche 1:6-Schlappe bei Borussia Dortmund steckt auch noch in den Knochen, denn sie zeigte, was schon zuvor – und eigentlich immer schon unter Trainer Dieter Hecking – zutage gekrochen war. Borussia Mönchengladbach ist meilenweit vom Status einer Spitzenmannschaft entfernt. Nicht, dass sich der VfL mit dem BVB, noch dazu in brillanter Form, messen müsste! Aber alleine schon das Vorhaben, in Dortmund die Abwehr dicht zu machen und dem Gastgeber bis zu 80 Prozent Ballbesitz zu lassen, ist einem Team, das in den europäischen Fußball möchte, nicht würdig. So spielen Kellerkinder in Dortmund, und die verlieren dann 0:2 und nicht 1:6.

Das personifizierte Leid

Jonas Hofmann ist so etwas wie das personifizierte Leid des VfL. Nach zwei Toren in einem Testspiel (5:1 gegen Venlo) stellte er reichlich selbstbewusst Ansprüche auf einen Platz in der ersten Elf. Dass der Ex-Dortmunder nicht ansatzweise das Format hat, Borussia besser zu machen und dass (nicht nur bei ihm) Anspruch und Wirklichkeit (zumindest derzeit) keine Gemeinsamkeiten aufweisen, zeigte er eindrucksvoll nach seiner Einwechslung beim besagten 1:6. Erst patzte er stümperhaft in der Abwehr und legte zum Endstand auf, dann nutzte er in der Schlussminute freistehend vor dem Tor ein feines Zuspiel nicht zum zweiten VfL-Tor – ungehindert vor dem Tor traf er den Ball nicht richtig.

Borussia hat zu viele von solchen Spielern im Kader. Solche, von denen man sich erhofft, dass sie endlich durchstarten, solche, die ab und an mal ein gutes Spiel machen, solche, die in Normalform aber nur Durchschnitt sind. Bestenfalls. Nico Elvedi, immer wieder hochgelobt und hochgejubelt, immer wieder völlig überfordert, immerzu Gefahrenherd für die eigene Hintermannschaft. Thorgan Hazard zeigte schon oft, dass er ein guter Dribbler und feiner Techniker ist, aber vor dem Tor wie dreimal in Dortmund regelmäßig die Nerven verliert und mit schwachen Abschlüssen vorherige gute Aktionen zunichte macht. Nur zwei Beispiele, aber Blaupausen.

Mittelfeldkämpfer Christoph Kramer / Foto: VFL Borussia Mönchengladbach
Mittelfeldkämpfer Christoph Kramer / Foto: VFL Borussia Mönchengladbach

Wenig Zuversicht und viel Hoffnung

Was bleibt ist wenig Zuversicht und viel Hoffnung. Und trübe Laune. Nicht nur, dass Mönchengladbach und der VfL mal wieder vom Deutschen Fußball-Bund unbeachtet blieben, und die Europameisterschaft 2024 ohne unsere Stadt und unseren Verein über die Bühne geht. Sind wir ehrlich, auch hier war die Hoffnung größer als es die Chancen je waren, denn in Sachen Infrastruktur hat Borussia mit der Stadt ähnlich viele Baustellen wie Trainer Dieter Hecking in seinem Spielkader. „Wenn man sieht, dass wir auch fünf oder sechs gute Torchancen hatten, diese aber nicht nutzen, dann kommt so ein Ergebnis zu Stande. Die Art und Weise, wie wir unsere Gegentore bekommen haben, geht nicht, und bei Borussia Dortmund erst recht nicht“, sagte der Coach nach der Pleite bei den Westfalen. Er könnte es und vermutlich wird er es ähnlich noch öfter in dieser Saison wiederholen, wenn sich nicht bald etwas ändert. Die Hintermannschaft hat den Namen Abwehr zu selten verdient und ein Angriff ohne vernünftige Chancenverwertung kann die Fehler nun mal nicht revidieren.

Nicht zuletzt steht der Trainer in der Verantwortung. Wenn man Hecking reden hört, keimt Hoffnung, dass er weiß, wo er ansetzen muss. Hapert es aber vielleicht auch bei ihm in der Umsetzung? Wie die komplette Mannschaft hat auch der Coach noch ein bisschen Zeit verdient, keine Frage, denn die Saison ist noch zu jung, um generell so hart über die Darbietungen zu richten wie weiter oben geschehen. Aber eine Bestandsaufnahme sieht leider so aus. Leider ist zudem das Verletzungspech treu geblieben, so dass Hecking hier und da einerseits die Hände gebunden sind, andererseits Experimente wagen muss. Hoffnung macht der junge Franzose Michaël Cuisance, vielleicht dient er als Beispiel für seinen Landsmann Mamadou Doucouré. Der aber ist im zweiten Jahr bei Borussia und hat immer noch Trainingsrückstand nach diversen schweren Verletzungen. Ob da die zwei Wochen Pause reichen?

Borussia hat noch gute Leute in der Hinterhand

Müßig, Namen für Namen durchzugehen: Borussia hat noch gute Leute in der Hinterhand, manche sind verletzt, manche haben noch nicht das Vertrauen des Trainers. Mit ein paar guten Auftritten wächst das Selbstvertrauen und manches geht einfacher von der Hand. Der Oktober, der nach der Pause immer noch vier Begegnungen für Borussia parat hält, wird die Weichen stellen. In Hoffenheim und Bremen hängen die Trauben für den VfL hoch, und an das Pokalspiel bei Fortuna Düsseldorf mag man heute noch gar nicht denken. Vielleicht ist es sogar ganz gut, dass die Hecking-Elf dreimal auswärts antreten muss - denn zuhause könnte mancher genervte Fan seine Meinung eher kund tun. Ein „goldener Oktober“ wäre auch für die verunsicherte Anhängerschaft Balsam und würden die Borussia in das Fahrwasser bringen, um Fußballdeutschland zu zeigen, dass der VfL zum Start dieser Spielzeit nur kurz vom Weg zu einer Topmannschaft in der Bundesliga abgekommen war.

 

TERMINE IM OKTOBER

Bundesliga S0. 15.10. 15:30 BORUSSIA – Eintr. Frankfurt
Bundesliga Sa. 21.10. 18:30 RB Leipzig – BORUSSIA
DFB-Pokal  Di.  24.10. 18:30 BORUSSIA – VFB Stuttgart
Bundesliga Sa. 28.10. 18:30 Bor. Dortmund – BORUSSIA

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