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Martin Stranzl bei seiner ofiziellen Verabschiedung, Foto: SiWe
Martin Stranzl bei seiner ofiziellen Verabschiedung, Foto: SiWe

Interview mit Martin Stranzl

Borussia hat es tatsächlich geschafft und darf zu Beginn der kommenden Saison die Qualifikation zur Champions Leage spielen. einer, der kaum zum erreichen dieses tollen Ergebnisses Beitragen konnte und ab sofort seinen „Ruhestand“ genießt, ist Martin Stranzl. der Borusse hat ein persönlich furchtbares Fußballjahr hinter sich gebracht, darf aber auf eine insgesamt erfolgreiche und schöne Zeit Beim Vfl zurückblicken. Das haben wir gemeinsam mit Ihm getan.

Du hast immer gesagt, solange die Knochen mitmachen, spiele ich Fußball. Wann hast du geahnt, dass diese deine letzte Saison als Spieler sein wird?

Stranzl: die Entscheidung, aufzuhören, ist in den Wochen vor der Verkündung immer mehr gereift . die vielen Verletzungen in der jüngsten Vergangenheit haben natürlich zu meinem Entschluss entscheidend beigetragen. letztlich musste ich nur die Signale, die mir mein Körper gesendet hat , richtig interpretieren. den richtigen Moment für ein karierende gibt es nicht , aber ich glaube, dass für mich im Sommer ein guter Zeitpunkt gekommen ist , meine schuhe an den Nagel zu hängen – auch wenn es mir natürlich schwerfällt.

Was bleibt rückblickend bei dir aus deiner Zeit bei Borussia hängen?

Stranzl: ich hatte eine sensationelle zeit bei Borussia. das miteinander hier im Verein ist außergewöhnlich – so etwas habe ich in meiner langen Karriere nirgendwo anders erlebt. es war der absolut richtige schritt, im Januar 2011 hierher zu wechseln. ich bin sehr stolz, ein teil der Borussiafamilie zu sein und ein stück zur langen Historie dieses Vereins beigetragen zu haben.

Was war dein bestes Spiel für den VfL, welches das beste deiner Karriere?

Stranzl: ich tue mich schwer damit, ein bestimmtes spiel als bestes hervorzuheben. ich weiß aber, welches spiel das einzige war, für das ich vom Kicker die Note 1 bekommen habe: der 3:0-sieg mit dem VfB Stuttgart gegen Bayer 04 Leverkusen im September 2004. ich habe in diesem spiel Dimitar Berbatov ausgeschaltet und nach einem Standard ein Tor gemacht. Bei Borussia war sicher der 2:0-Sieg beim FC Bayern München in der vergangenen Saison eins der besten spiele – nicht nur von mir, sondern von der ganzen Mannschaft. wir haben nach wenigen Minuten gemerkt, dass wir umstellen müssen. also haben wir gekontert und Nadelstiche gesetzt. in der Saison haben wir zweimal gegen die Bayern zu null gespielt. ich hatte es beide male mit Robert Lewandowski zu tun – ein super stürmer, ein Sportsmann mit brutaler Qualität.

Martin Stranzl, Foto: Borussia
Martin Stranzl, Foto: Borussia

Sehen wir dich in einer Funktion bei Borussia wieder, hast du vor, im Fußball zu bleiben?

Stranzl: der abschied vom aktiven Fußball fällt mir sehr schwer. Sportdirektor Max Eberl hat mir angeboten, dass ich aufgaben im Verein übernehmen kann und ich bin davon überzeugt, dass in jedem fall neue spannende aufgaben auf mich warten. es ist aber schwierig, jetzt schon zu sagen, welche das genau sein werden. das gilt es, ab Sommer herauszufinden. Ich werde mir die zeit nehmen, die richtige Herausforderung für mich zu finden.

Von welchem Club wirst du in zehn Jahren als deine fußballerische Heimat erzählen?

Stranzl: es hat für mich bei allen Vereinen sehr schöne Momente gegeben. mein größter Erfolg ist, dass ich in München, Stuttgart, Moskau oder hier in Mönchengladbach jederzeit hinkommen kann und mit offenen armen empfangen werde. aber natürlich würde ich von Borussia als meine fußballerische Heimat sprechen. die zeit hier war schon überragend. ich bin in einer Phase hierher gekommen, in der es nicht so gut lief. am Ende haben wir es über die Relegation geschafft, in der Liga zu bleiben. danach haben wir uns stück für stück nach oben gearbeitet – bis hin zur Champions-League-Teilnahme. zu dieser Entwicklung beigetragen zu haben, ist ganz besonders und ein großer Erfolg.

Was unterscheidet Borussia von anderen Clubs?

Stranzl: die fantastische Unterstützung der Fans ist etwas ganz Besonderes. wir haben einzigartige Fans. sie haben ein richtiges Gespür dafür, wie und wann sie uns helfen können und haben die Mannschaft immer unheimlich nach vorne getragen. deswegen haben wir auch vor den spielen eingeführt, dass wir nach unserem mannschaftskreis vor die kurve gehen und uns im Voraus für die Unterstützung bedanken. das ist ein wichtiges ritual, das uns mit den Fans verbindet. so war meine Einwechselung beim 5:1-Sieg gegen Werder Bremen im Februar dieses Jahres auch einer der emotionalsten Momente überhaupt für mich. nach meiner knapp fünfmonatigen Verletzungspause stand ich schon am Spielfeldrand und musste ein paar Minuten auf die Einwechselung warten. die Fans haben mich die ganze zeit mit Sprechchören gefeiert. das war eine außergewöhnliche Geste, die mir sehr viel bedeutet und die ich mein leben lang nicht vergessen werde.

Kannst du uns abschließend eine Anleitung für die typische „eingesprungene Stranzl-Grätsche“ geben?

Stranzl: da gibt es kein Patentrezept, das ist, als würdest du Mike Tyson nach dem perfekten k.o.-schlag fragen. da gibt es ja auch viele Wege (lacht). Vieles in Sachen Zweikampfführung hängt außerdem vom Timing und Stellungsspiel ab – und das kommt mit der Erfahrung.

Interview: Ingo Rütten

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