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Einen coolen treffsicheren Raffael kann Borussia im Februar gut gebrauchen. / Foto: SiWe
Einen coolen treffsicheren Raffael kann Borussia im Februar gut gebrauchen. / Foto: SiWe

Kerngeschäft Bundesliga

Aber gerade in diesem Jahr träumt sich in anderen Wettbewerben so schön.

Nein, ein Wunderheiler ist Dieter Hecking nicht. Das aber war vorher bekannt, noch ehe der zum Trainer der Saison 2015 ernannte ehemalige Borussenspieler beim VfL die Nachfolge von Coach André Schubert angetreten hatte. Die Vorbereitung auf das erste Pflichtspiel in der Bundesliga bei Darmstadt 98 war recht kurz, das 0:0-Unentschieden kann demzufolge auch nur wenig von der Handschrift des neuen Trainers präsentiert haben. Im Februar indes hat Hecking ausreichend Gelegenheit, seine neue Mannschaft im Dauerbetrieb kennenzulernen, denn sieben Spiele im kürzesten Monat des Jahres sind eine Ansage, aber auch Chance und Risiko zugleich.

Die „englischen Wochen“ sind der Beweis, dass diese Saison nicht vollends verkorkst ist. Es sei dahingestellt, wann Hecking das Ruder in der Meisterschaft wird herumreißen können. Eine Qualifikation für den Europapokal über die Bundesliga scheint aussichtslos. Der Auftakt in das Jahr 2017 hat erneut verdeutlicht, dass Borussias Mannschaft eine Ansammlung von guten Spielern ist, die es unter Schubert verlernt hat, miteinander vernünftig Fußball zu spielen. Trotzdem: Im DFB-Pokal hat der VfL bei Greuther Fürth die Chance, sich gegen den unterklassigen Gegner ins Viertelfinale zu kämpfen. Von da an sind es noch drei Erfolge bis zum Pokalsieg und zum internationalen Fußball in der kommenden Spielzeit!

Für die Borussia der Vorjahre eine machbare Aufgabe

Während man diese Gedanken zumindest hinter vorgehaltener Hand mal äußern darf, verbietet sich die Zuversicht, sich über die Europa League einen Platz zu sichern: der würde dann sogar Champions League bedeuten. Im Februar stehen die beiden Spiele gegen den AC Florenz an, zunächst daheim, dann in Italien. Für die Borussia der Vorjahre wäre das sicher eine machbare Aufgabe, für den VfL dieser Saison ist es eine Hürde, wenngleich eine, die nicht unüberwindbar ist. Aber, ob es Hecking bis zum 16. und 23. Februar schon gelungen ist, wieder Selbstvertrauen und Können aus seinen Spielern herauszukitzeln?

Das Eine bedingt das Andere. In Darmstadt zum Auftakt zeigte sich beispielsweise Raffael vor dem gegnerischen Tor stümperhaft. Nicht, dass der Brasilianer früher nicht auch mal Chancen vergeben hätte; aber wäre nicht ein cooler und treffsicherer Raffael gerade jetzt wichtig? Klar, aber der Offensivmann hat wie seine Kameraden ein erhebliches Maß an Souveränität eingebüßt. Früher spielte Borussia Fußball, leicht, locker mit Freude, heute ist das harte Arbeit. Und wenn der VfL nicht schnellstens die Kurve in der Bundesliga bekommt und sich von den Abstiegsrängen in der Tabelle entfernen kann, dann wird das vermutlich nicht besser. Neben den oben angestellten Träumereien geht es in den kommenden Wochen gegen Freiburg, gegen Bremen und gegen Ingolstadt und damit gegen drei Clubs, gegen die der VfL von früher ziemlich gut hätte punkten können. Dass zumindest in dieser Saison eine neue Zeitrechnung gilt, wird einem klar, wenn man dem Heimspiel gegen RB Leipzig mit Unbehagen entgegenblicken muss.

Jannik Vestergaard, einer der das Zeug zum Führungsspieler hat, der diese Aufgabe aber noch annehmen muss. / Foto: SiWe
Jannik Vestergaard, einer der das Zeug zum Führungsspieler hat, der diese Aufgabe aber noch annehmen muss. / Foto: SiWe

Hecking muss seine Mannen auf Touren bringen

Hecking muss seine Mannen auf Touren bringen, damit nichts Schlimmeres passiert. Schon in der Hinrunde sah man deutlich, dass diese Mannschaft sich aufgrund der Abgänge im letzten Sommer erst noch sortieren muss. So etwas wird im Überlebenskampf schwieriger. Und das ist der Grund, warum der neue Trainer nicht so viel Zeit hat wie damals, als er unter Coach Jupp Heynckes als Spieler zum Borussen wurde. Heynckes habe damals zu Hecking gesagt, er solle sich ein Jahr Zeit zum Gucken und Lernen nehmen. „Er wollte damit meinen Ehrgeiz wecken und mich dazu bringen, dass es nicht ein Jahr dauert, bis ich Frank Mill Konkurrenz mache“, erklärte der Pokalsieger von 2015 (mit dem VfL Wolfsburg) bei seinem Amtsantritt bei Borussia. Demnach könnte sich Timothée Kolodziejczak ja auch erst einmal zurücklehnen und beobachten, was Oscar Wendt oder die Innenverteidiger bei Borussia so treiben. Der Winterneuzugang weiß, wie es ist, die Europa League zu gewinnen, doch ob er in die Rolle des Führungsspielers wachsen kann, die viele andere offensichtlich meiden? Sicher nicht, wenn er die anderen sportlich nicht mitzieht.

Der Transfer war notwendig, weil in der Innenverteidigung ein gestandener Typ fehlte. Wichtiger aber als die Tatsache, ob der Neue spielt oder nicht, ist, wie und ob der VfL diese miese Hinrunde wettmachen kann. Selbst wenn es, wie zu erwarten sein dürfte, mit der Qualifikation für Europa und damit wohl mit Titelgewinnen in diesem Jahr nichts wird: Entscheidend ist, wie sich Borussia nach hinten raus präsentiert. Entscheidend für die, die von anderen Vereinen umgarnt werden, die sportlich besser abschneiden werden. Und entscheidend für die, die von Borussias Scoutingabteilung für gut befunden worden sind. „Wir wollen in der Bundesliga wieder in die Spur kommen, das ist das Kerngeschäft. Wenn wir das geschafft haben, können uns die anderen beiden Wettbewerbe sehr viel geben“, bringt es der neue Coach auf den Punkt. Bleibt nur zu hoffen, dass Borussia dann noch in den beiden anderen Wettbewerben vertreten ist!

Termine im Februar:

Bundesliga Sa. 04.02. 15:30 BORUSSIA – SC Freiburg
DFB-Pokal Di. 07.02. 20:45 SpVgg Gr. Fürth – BORUSSIA
Bundesliga Sa. 11.02. 15:30 Werder Bremen – BORUSSIA
Europa League Do. 16.02. 19:00 BORUSSIA – AC Florenz
Bundesliga So. 19.02. 15:30 BORUSSIA – RB Leipzig
Europa League Do. 23.02. 21:05 AC Florenz – BORUSSIA
Bundesliga So. 26.02. 15:30 FC Ingolstadt – BORUSSIA

Text: Ingo Rütten

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