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Wenn Nico Elvedi auf seiner Abwehrseite einen stärkeren Gegenspieler hat, zeigt sich, dass Talent alleine in der Bundesliga nicht ausreicht – der Schweizer ist noch kein „fertiger Spieler“. / Foto: VFL Borussia Mönchengladbach
Wenn Nico Elvedi auf seiner Abwehrseite einen stärkeren Gegenspieler hat, zeigt sich, dass Talent alleine in der Bundesliga nicht ausreicht – der Schweizer ist noch kein „fertiger Spieler“. / Foto: VFL Borussia Mönchengladbach

Ruhe bewahren, hoffen, hart arbeiten – dann erst träumen

Borussia macht wenig Freude in dieser Saison, Trainer Dieter Hecking muss seine Mannen besser machen.

Borussia macht Spaß in dieser Saison! Manchmal. Aber selbst wenn der VfL begeisternd aufspielt, dann, um am Ende nur noch dem Gegner Freude zu machen und ihm durch eine nur mühsam erklärbare Arbeitsverweigerung nach dem Seitenwechsel einen Kantersieg zu ermöglichen. Sonst bleibt es in etwa bei einem ungefährdeten Auswärtssieg gegen einen desolaten Gegner oder einem Erfolg mit einem Elfmeter- Siegtor in der letzten Minute der Nachspielzeit gegen einen Aufsteiger. Nein, Borussia hat ihre Fans in dieser Spielzeit noch nicht wirklich verwöhnt! Um Spaß an den Darbietungen zu haben, muss man schon eingefleischter Anhänger und vor allen Fan der Tabelle sein. Denn selbst der Mittelfeldplatz spiegelt nur scheinbar die Darbietungen der Borussen wider – tatsächlich ist das Team von Trainer Dieter Hecking schlechter.

Borussia hadert zu recht mit ihrer Chancenauswertung. Doch wenn man vorne nicht trifft, dann sollte man hinten zumindest sicher stehen. Die 1:6-Schlappe in Dortmund und das 1:5 daheim gegen Bayern Leverkusen waren zwar in der Höhe Ausreißer, insgesamt aber zeigt sich die VfL-Hintermannschaft oft unsicher. Man darf schon mal beim Trainer nachfragen, warum er es offensichtlich nicht für nötig hält, seine Abwehrreihe personell einmal dauerhaft zu verändern. Nico Elvedi und Oscar Wendt zeigen Konstanz, jedoch nur darin, dass sie allzu oft überfordert sind. So machen sie es dem Innenverteidiger-Duo nicht einfacher. Jannik Vestergaard und Matthias Ginter müssen sich nich finden, aber auch sie könnten sich und sie müssen sich steigern. Hecking indes scheint die vier dennoch für die Idealbesetzung zu halten, Tony Jantschke und Reece Oxford mussten bislang auf der Bank schmoren.

Der 18-jährige Reece Oxford hat wenig Zeit, sich das Vertrauen von Trainer Dieter Hecking zu erkämpfen: er ist nur für ein Jahr ausgeliehen. / Foto: VFL Borussia Mönchengladbach
Der 18-jährige Reece Oxford hat wenig Zeit, sich das Vertrauen von Trainer Dieter Hecking zu erkämpfen: er ist nur für ein Jahr ausgeliehen. / Foto: VFL Borussia Mönchengladbach

Eine Farce, unerklärlich

Warum holt der Sportdirektor einen jungen englischen Verteidiger leihweise für ein Jahr nach Mönchengladbach, der dann trotz einer immensen Gegentoranzahl keine Chance bekommt? Klar, Max Eberl stellt die Mannschaft nicht auf, er verpflichtet aber Trainer und Spieler. Jedoch können auch Eberl und Hecking wenig dazu, wenn ein Thorgan Hazard zwar ziemlich stark auftritt, aber sich vor dem Tor anstellt wie ein Schuljunge beim ersten Rendezvous. Gegen Leverkusen hatten einige Borussen die Chance zum 2:0, aber wenn Hazard den Ball aus vier Metern nicht am Torhüter vorbei ins Netz bringt, darf er sich über die überforderten und schlechten Abwehrleute nicht beschweren. Dass gerade die sich nach der Schlappe darüber mokieren, man habe das zweite Tor wegen einer schwachen Chancenverwertung nicht gemacht und damit das Spiel aus der Hand gegeben, ist eine Farce. Yann Sommers Segelflug beim Eckball zum 1:1 war der Anfang vom Ende, das kann mal passieren – danach aber stellte vor allem die Hintermannschaft resignierend die Arbeit ein. Unerklärlich. Überraschend kommt das alles nicht. Schon die Rückrunde der vergangenen Saison bot Warnungen zuhauf. Auch damals hat es Hecking mit seiner Mannschaft nicht geschafft, beste Chancen und gute Ausgangspositionen zu nutzen. So schied Borussia zuhause in DFB-Pokal-Halbfinale aus und kam nicht in die Europa-League, obwohl es eigentlich simpel gewesen wäre. Die Ausrede vor einem halben Jahr: Verletzungspech und die schlechte Hinserie. Und in dieser Spielzeit? Das Verletzungspech blieb zunächst treu. Doch unter den zwischenzeitlich gesunden Spielern scheinen zu viele Mitläufer zu sein. Und zu viele Akteure, die ihre beste Zeit hinter sich haben. Es ziemt sich nicht, an dieser Stelle Namen zu nennen. Es sind eigentlich alle Mannschaftsteile befallen: mit Spielern, die richtig in Fahrt kommen, wenn es ohnehin gut läuft, die aber versagen, wenn man sie braucht.

Noch nicht viel passiert

Noch ist nicht viel passiert in der Bundesliga: Vom Personal her gehört Borussia immer noch zu den Kandidaten für das obere Tabellendrittel. Dazu aber muss sie entweder hinten sicherer stehen oder vorne besser treffen, sonst wird das nichts mit dem „Träumen“, das Eberl ab 50 Punkte beginnen möchte. Wie wenig Selbstvertrauen das Team hat, zeigen die Reaktionen auf dem Platz, wenn mal etwas schief geht. Wie wenig Ideen die Mannschaft hat, zeigt sich, wenn es mal nicht gegen einen mitspielenden Gegner wie Leverkusen geht. Tatsächlich waren die ersten 45 Minuten gegen Bayern die beste Halbzeit der bisherigen Saison, gefolgt von der schlechtesten.

Hecking mag ein guter Trainer sein. Aber er hat es bisher nicht geschafft, seine Spieler besser zu machen als sie unter Vorgänger André Schubert waren. Er hat nur wieder ein bisschen System reingebracht und lässt die Leute spielen, wo sie es am besten können. Das reicht jedoch nicht für Borussia. Dass bei einem solchen Verein zumindest der Trainer herausragend sein muss, damit Träume Realität werden, hat Lucien Favre gezeigt. Schon als er noch Trainer der Borussen war, wussten die Fans, dass sie ihm irgendwann sehr lange hinterhertrauern werden. Auch die Verantwortlichen befürchteten das, sonst hätten sie dessen Macken vermutlich gar nicht so lange ohne Murren mitgemacht. Der Blick zurück aber ist ab sofort verboten, und für die Zukunft hilft vermutlich jetzt wirklich nur: Ruhe bewahren, hoffen, hart arbeiten – und auch träumen. Denn, dass es Borussia eigentlich zwischen den beiden Strafräumen ganz gut kann kann, haben irrsinniger Weise gerade das 1:6 in Dortmund und das 1:5 gegen Leverkusen gezeigt.

TERMINE IM OKTOBER

Bundesliga Sa. 4.11. 15:30 BORUSSIA – 1. FSV Mainz 05
Bundesliga Sa. 18.11. 18:30 Hertha BSC – BORUSSIA
Bundesliga Sa. 25.11. 18:30 BORUSSIA – Bayern München

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