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2015 hat Dieter Hecking mit dem VfL Wolfsburg den DFB-Pokal gewonnen. In diesem Jahr müsste er das mit Borussia bestenfalls wiederholen, um diese Saison noch zu retten. / Foto: SiWe
2015 hat Dieter Hecking mit dem VfL Wolfsburg den DFB-Pokal gewonnen. In diesem Jahr müsste er das mit Borussia bestenfalls wiederholen, um diese Saison noch zu retten. / Foto: SiWe

Zaubern kann auch ein guter Trainer nicht

Dieter Hecking hat aus Borussia wieder einen unangenehmen Gegner gemacht, aber um diese Saison zu retten, braucht er vor allem auch Glück.

Text: Ingo Rütten

Talentiert ist Thorgan Hazard ganz sicher, treffsicher leider eher nicht. Da das auf viele Mannschaftskameraden beim VfL auch zutrifft, hat Borussia ein Problem. / Foto: SiWe
Talentiert ist Thorgan Hazard ganz sicher, treffsicher leider eher nicht. Da das auf viele Mannschaftskameraden beim VfL auch zutrifft, hat Borussia ein Problem. / Foto: SiWe

Dieter Hecking ist ein guter Trainer. Das hat der DFB-Pokalsieger von 2015 beim VfL Wolfsburg bewiesen, denn unter Hecking richtete sich das VW-gestreichelte Team aus den Niederungen der Bundesliga wieder auf und feierte vor knapp zwei Jahren neben dem Pokalsieg auch die Vize-Meisterschaft in der Bundesliga. Dieser Blick zurück lohnt sich besonders, weil Wolfsburg bis zum letzten Spieltag bangen musste, dass Borussia sich diesen zweiten Rang noch erkämpft. Auch zuvor in Nürnberg und Hannover war Hecking lange Zeit als guter Coach anerkannt, er holte das Bestmögliche aus den diversen Teams heraus. Doch zaubern kann der Mann nicht. Deswegen wird auch Borussia diese Saison unter Hecking nicht mehr zufriedenstellend beenden können – weder was die offizielle Zielsetzung der für seine bescheiden formulierten Ziele bekannten Vereinsführung angeht, noch was die Hoffnungen der Fans angeht und auch nicht, was die gemeinhin als Fußballexperten benannten Kenner des Geschäftes von einer Mannschaft wie Borussia erwarten. Dass Hecking ein guter ist, hat er in seiner kurzen Zeit als VfL-Trainer bereits gezeigt. Denn selbst bei den ersten Niederlagen unter seiner Regie war Borussia die bessere von zwei Mannschaften, wenngleich sie ihr großes Manko offenbarte, das in einer derart kurzen Zeit abzustellen auch ein guter Trainer nicht schaffen kann. Die Frage ist, ob er es überhaupt abstellen kann, denn das Borussia Probleme in der Offensive bekommen könnte, davor dürften auch einige Kenner im Club gewarnt haben. Das 0:1 im Heimspiel gegen den AC Florenz in der Europa League zeigte deutlich, wo Borussias Achillesferse liegt, und nur wenige Tage später trat der VfL erneut den Beweis an, dass ohne Raffael im Angriff Flaute herrscht und dass auch eine sich einspielende Hintermannschaft nicht automatisch fehlerlos spielt.

Aufwärtstrend trotz Niederlagen
Dass Borussia in beiden Partien ihren Aufwärtstrend unter Hecking trotz der Niederlagen bestätigte, ist eine gute Nachricht. Das 1:2 gegen RB Leipzig schmerzt insofern besonders, dass der VfL mit drei weiteren Punkten einen großen Schritt Richtung Europapokalplätze in der Liga hätte machen können, da alle anderen „Konkurrenten“ (darf man die in diesem Fall und in dieser Saison so nennen?) auch Federn lassen mussten an diesem 21. Spieltag. Erneut vergab der VfL gegen RB eine Chance vom Elfmeterpunkt, aber auch im laufenden Spiel zeigten sich die Offensivkräfte ein ums andere Mal zu schwach. An dieser Stelle rächt es sich, dass die sportliche Führung auf Josip Drmic gehofft hat, dass die vielen richtig guten „Talente“ keinen treffsicheren alten Hasen an die Seite gestellt bekommen haben und dass André Schubert mit seinen eigenwilligen System- und Personalwechseln der Mannschaft einen bislang immer noch zu schweren Rucksack umgeschnallt hat.

In der Defensive ist solch ein Ballast eher zu entfernen, zumal dann, wenn das Personal dort ohnehin qualitativ besser scheint und der neue Mann an der Seitenlinie die richtigen Leute zusammen auflaufen lässt. Tony Jantschke ist dabei so etwas wie der personifizierte Beweis, warum Schubert eher hätte entlassen werden müssen. Denn man kann nun wahrlich nicht behaupten, dass die sehr erfreuliche Formkurve des Rechtsverteidigers überraschend eine solche Steigung genommen hat. Nein, unter Lucien Favre war der Mann Spitzenklasse, unter Schubert meist Ersatz (weil er dessen System nicht verstehe, wie der Ex-Trainer gerne hinter vorgehaltener Hand monierte) und unter Hecking kommt er wieder in Fahrt.

Macht der DFB-Pokal aus dieser Saison noch ein Highlight?
Vielleicht ist es aber doch am Ende dieser Spielzeit der DFB-Pokal, der aus dieser Saison noch ein Highlight und aus Hecking zumindest einen Zauberlehrling macht. Denn Konstanz ist ab dem Viertelfinale sicher nicht mehr gefragt, und das Auswärtsspiel beim Hamburger SV am 1. März ist eine Hürde, die mit ein bisschen Glück zu überspringen sein sollte. Anschließend könnte das Los ein Heimspiel bescheren, wünschen wir uns doch einfach mal Eintracht Frankfurt, die Hessen müssten dazu daheim Arminia Bielefeld ausschalten. Dortmund oder Bayern wären fürs Halbfinale blöd, im Finale aber könnten den echten Borussen dann Flügel wachsen, was auch nötig wäre, weil der Finalist leider seit dem vergangenen Jahr nicht mehr für den Europapokal qualifiziert ist, wenn der Gegner und Sieger des Endspiels sich zuvor für die Champions League qualifiziert hat.

Vielleicht braucht Borussia mehr Glück als Tore, um diese Saison nicht nur zu retten, sondern ein Ausrufezeichen hinter sie zu setzen. Hoffen wir mal nicht, dass dieser Traum schon kurz nach Veröffentlichung dieser Zeilen ausgeträumt ist – schon gar nicht, dass der VfL wieder die bessere Mannschaft war, aber vor dem Tor einfach zu schwach agierte und deswegen in Hamburg aus dem Pokal ausgeschieden ist. Hoffen wir vielmehr, dass Heckings Zauber zumindest schon mal für den Pokal reicht. Und wenn nicht, dann bleiben im März neben reichlich Frust noch die beiden Top-Heimspiele gegen Schalke 04 und Bayern und ein zweiter Versuch in der Hansestadt beim HSV, diesmal um Punkte in der Liga.

Termine im März
DFB-Pokal Mi. 1.3. 18:30 Hamburger SV – BORUSSIA
Bundesliga Sa. 4.3. 18:30 BORUSSIA – Schalke 04
Bundesliga So 12.3. 17:30 Hamburger SV – BORUSSIA
Bundesliga So 19.3. 17:30 BORUSSIA – Bayern München
Bundesliga Sa 1.4. 18:30 Eintr. Frankfurt – BORUSSIA

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