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Foto: Bar Plastique/Stefan Göttschkes
Foto: Bar Plastique/Stefan Göttschkes

Der Gin-Kenner

Die Bar Plastique ist längst keine Unbekannte mehr auf der Waldhausener Straße. Seit 2005 besteht der Club. Nach dreijähriger Umbaupause hat Benjamin Bahrani im November des vergangenen Jahres die Leitung übernommen. Wie es dazu kam und wie der 34-Jährige ungeplant zum leidenschaftlichen Gastronom wurde, hat er Nadine Beneke erzählt.

Text: Nadine Beneke

Mehr als 20 Cocktails und 40 Gin-Sorten stehen auf der Karte. / Foto: Bar Plastique/Stefan Göttschkes
Mehr als 20 Cocktails und 40 Gin-Sorten stehen auf der Karte. / Foto: Bar Plastique/Stefan Göttschkes

Einmal die Treppe der Bar Plastique heruntergegangen, ist der Trubel der Altstadt so gut wie vergessen. Inhaber Benjamin Bahrani öffnet zunächst eine Seitentür und führt in einen kleinen Hof – den Raucherbereich. „Die Leute müssen gar nicht mehr nach oben“, beschreibt er den unverhofften Ausgang. Wieder innen angekommen, wird es schummrig. Der Vorraum zur Bar ist in rotes Licht getaucht, riesige Spiegel hängen an den Wänden. Hier darf zu späterer Stunde ebenso getanzt werden wie am anderen Ende des langen, schlauchartigen Raumes. Dort befindet sich das DJ-Pult, das zwei Residents sowie wechselnde Künstler an den Wochenenden bespielen. Das Herzstück des Ladens ist allerdings die 15 Meter lange Bar, illuminiert von bunten bis silbernen, spacigen Leuchtbällen, namensgemäß natürlich aus Plastik. „Alles ist ein bisschen künstlerisch aufgebaut“, erzählt Benjamin Bahrani und setzt sich auf einen Barhocker. 2005 begann er zunächst als Aushilfe in der Nacht, später auch in der Bar Plastique. An der Hochschule Niederrhein studierte er Textil- und Bekleidungstechnik. „Ich habe mich schon immer für Fashion interessiert“, sagt der komplett in Schwarz Gekleidete. „Aber ich wollte nie einen Job haben, den ich nicht gerne mache.“ Während des Studiums arbeitete er außerdem bei Jack + Jones. Der Funke sprang jedoch nicht über. Sein eigentlicher Nebenjob entwickelte sich immer mehr zur Leidenschaft. Er blieb in der Bar Plastique und plante zusammen mit Babak Ahmadi den Umbau von der reinen Cocktailbar zur Bar mit Tanzfläche. Rund drei Jahre dauerten die Renovierungsarbeiten. Fluchtwege, ein Raucherhof, Tanzflächen und Spiegelwände kamen dazu. Babak Ahmadi, der als Altstadt- Urgestein Die Nacht, die Moshi Bar und zusammen mit Andreas Wiener Die Box betreibt, war dabei kreativer Kopf und Mentor des 34-Jährigen: „Er hat mich gefördert und mir alles beigebracht.“ Außerdem zeichnet er für die bunte wie besondere 60er-Jahre-Inneneinrichtung verantwortlich.

2 Residents und viele wechselnde Gastkünstler stehen am DJ-Pult der Bar. / Foto: Bar Plastique/Stefan Göttschkes
2 Residents und viele wechselnde Gastkünstler stehen am DJ-Pult der Bar. / Foto: Bar Plastique/Stefan Göttschkes

Benjamin Bahranis Faszination gilt vor allem gutem Essen und guten Getränken. „Ich lebe sehr gesund, rauche nicht und trinke so gut wie nie. Aber wenn, dann Gin“, sagt er. Den ersten Gin trank er in der Bar Plastique, zusammen mit seinem Mentor. „Da fi ng es an“, lacht er – und holt gleich mehrere Flaschen an die Bar. „Wir achten darauf, dass es hier Sachen gibt, die es anderswo nicht gibt“, sagt der 34-Jährige und erzählt von frischem Basilikum, Rosmarin und Gurke in den rund 20 verschiedenen Cocktails, wahlweise mit oder ohne Alkohol. Ginsorten führt Benjamin Bahrani sogar 40, die allesamt an der Rückseite der Bar zu bewundern sind. Der Besitzer zeigt auf eine Flasche „Elephant Gin“. Auf dem Etikett ist eine handgeschriebene 410 zu lesen. „Die 410. Flasche. Davon gibt es nicht viel“, meint er. Die Haus-Marke ist Tanqueray, „ein Klassiker“. Der Hendricks wird mit Gurke serviert, die Sorte Windspiel mit einer Scheibe Kartoff el. Sechs verschiedene Tonicsorten machen die Gin Tonic-Veredelung perfekt.

Und auch äußerlich sind die Getränke etwas Besonderes: Serviert werden sie in Milchgläsern, Emaille- oder Kupferbechern. Benjamin Bahrani ist sich sicher: „Wir können locker mit Köln oder Düsseldorf mithalten.“ Inspiration für seine Bar holte sich der Gastronom auf Städtetouren nach Hamburg, Berlin oder London. „Mich hat interessiert, warum die Leute etwas lieben“, erzählt er mit leuchtenden Augen. Nicht selten fragte er den hiesigen Barkeepern Löcher in den Bauch. Noch heute bildet er sich ständig weiter, liest viel und besucht zusammen mit seinem zehnköpfi gen Team Schulungen. „Essen oder feiern gehen wir aber auch“, lacht er. Wichtig ist ihm, dass die Bar – trotz der hohen Qualität – für jedermann zugänglich ist. „Bei uns gibt es keinen Eintritt und keinen Mindestverzehr“, sagt er. „Ich muss kein reicher Mann werden. Ich war ja selber mal Student.“ Einige Gäste kommen inzwischen sogar aus Düsseldorf, um die besonderen Getränke und die chillige Musik zu genießen, die in der Regel ab 24 Uhr lauter und treibender ertönt. Bleibt noch die Frage nach Benjamin Bahranis Lieblings-Gin: „Ein Gin Mare mit 5 cl und einem Tonic Water 1724. Der Tonic wird 1724 Meter über dem Meeresspiegel angebaut.“ Klar ist, der Gastronom übertreibt nicht, wenn er sagt: „In Sachen Gin kann ich dir alles erzählen.“

Bar Plastique
Waldhausener Str. 25
Mönchengladbach
Fr + Sa 21-4 Uhr

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