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Andreas Ochotta, Betreiber des Projekt 42 / Foto: Marc Thiele, Marktimpuls
Andreas Ochotta, Betreiber des Projekt 42 / Foto: Marc Thiele, Marktimpuls

Projekt 42

Komm wir gehen ins Projekt. Egal ob Party, Bühne, Konzert oder Poetry Slam. Diesen Satz hört man seit sehr langer Zeit, wenn es um die Altstadt geht. Wir sprachen mit Andreas Ochotta über diese außergewöhnliche Location und über die Antwort auf alle Fragen.

Interview: Marc Thiele

Andreas, das Projekt 42 ist mit einer der am längsten existierenden Clubs in der Altstadt. Wie ist das Projekt eigentlich entstanden?

Das Projekt ist 2001 von Manfred Grasse und Guido Baumanns gegründet worden. Das Ziel war ein Club, der Kunst, Kultur und Nachtleben vereint. Eigentlich wollte Manfred Grasse das in Köln realisieren aber eine gute Freundin hat ihn dann dazu gebracht, es in Mönchengladbach zu machen. Damals war die ehemalige „Banane“ frei und passte als Location ideal. Der Name Projekt 42 kommt – klar natürlich durch die Hausnummer „42“ aber auch Douglas Adams „Per Anhalter durch die Galaxis“ spielte eine Rolle, denn hier ist die 42 die Antwort auf alle Fragen.

Wann hast Du das Projekt denn von Manfred und Guido übernommen?

Mein Partner Michael Nilgen und ich haben das Projekt im Januar 2016 von Manfred Grasse übernommen aber als Veranstalter bin ich hier schon seit 2006 aktiv. Michael Nilgen ist hier für den technischen Part zuständig und ich für Events und den kaufmännischen Bereich.

Das Projekt 42 ist ja so etwas wie eine Multifunktionslocation. Parties, Bühne, Konzerte, Poetry Slam und einiges mehr. Als was würdest Du Euch denn eigentlich bezeichnen?

Ganz klar natürlich (lacht) „Die Antwort auf alle Fragen“. Ich sage aber auch ganz gerne wir sind das Chamäleon der Altstadt. Immer ein anderes Gesicht aber die gleiche Seele.

Bei all den Sachen, die Ihr in den letzten Jahren gemacht habt, gibt es da irgendein Event oder Projekt, dass Du als Dein Lieblinsgprojekt oder Deine Lieblingsprojekte bezeichnen würdest?

Das ist schwierig. Im Grunde machen wir nur Sachen, die uns Spaß machen. Es macht uns alles Spaß, was wir hier gemacht haben. Was so richtig hängen geblieben ist, sind die Sachen, die man langfristig plant, wie vor Kurzem das experimentelle Theater „Schrei auf“, wo hier ein halbes Jahr Proben stattgefunden haben und wir wirklich bis zur Uraufführung zusammengearbeitet haben und das Ensemble und die Projektcrew zusammengewachsen sind. Das war eine richtig coole Sache. Vor anderthalb Jahren hatten wir ein Kurzfilmfestival zusammen mit den Kulturpädagogen der Hochschule Niederrhein, für das auch wochenlang vorher geprobt wurde und hier Installationen gemacht wurden. Wir haben damals bis zur Aufführung zusammen gezittert, dass auch alles klappt. Das sind die Sachen, die einfach hängen geblieben sind, weil sie Spaß machen. Oft waren das auch vorher einfach Gäste, die man hier kennen gelernt hat, die dann gewachsen sind, sich für Kultur interessiert haben und plötzlich stehen die dann hier auf der Bühne. Das sind dann die Momente, die ich echt gut finde.

Thema Altstadt. Ihr seid ja sehr aktiv in der Altstadtinitiative. Ihr habt die Clubnacht mitgemacht. Wie siehst Du denn die Entwicklung in der Altstadt in den letzten Jahren?

Eigentlich positiv. Wir haben viele Neueröffnungen in den letzten Jahren wie die Kulturküche, die Vinylgarage, Soahns Garküche oder auch die Wiedereröffnung der Bar Plastique und die funktionieren ja auch alle. Das zeigt, dass man mit Arbeit, Engagement und Kreativität was auf die Beine stellen kann. Auch der Altstadtflohmarkt funktioniert gut, ebenso wie die Clubnacht. Im Großen und Ganzen sieht die Entwicklung doch positiv aus. Ich hab da ein gutes Gefühl.

Überbleibsel aus der „Banane“ - Das Wandbild / Foto: Marc Thiele, Marktimpuls
Überbleibsel aus der „Banane“ - Das Wandbild / Foto: Marc Thiele, Marktimpuls

Wenn Du Dir das aktuelle Angebot in der Altstadt ansiehst. Gibt es da irgendetwas, das Dir fehlt, was Du Dir als Ergänzung wünschen würdest, das die Altstadt vielleicht attraktiver machen würde?

Also ich finde die Altstadt wie sie ist attraktiv. Eine Straße wie die Waldhausener sucht man in anderen Städten vergebens, deswegen glaube ich schon, dass wir die Grundattraktivität haben. Was ich ein wenig schade finde sind die ganzen Leerstände, vor allem wenn man sieht, wie viele Kulturtreibende und Kulturschaffende wir hier in der Stadt haben, die händeringend etwas suchen. Da würde ich mir wünschen, dass man die Leerstände – bevor sie länger leer stehen – jungen Startups und jungen Kreativen für einen kleinen Mietpreis gibt und einfach mal guckt, wie sich das entwickelt. Im Moment haben wir den Zustand, dass da ein Club oder eine Kneipe ist und dann mehrere Häuser, die leer stehen, dann wieder einen Club oder eine Kneipe – es ist halt schade, dass die ganzen Leerstände nicht genutzt werden, sondern einfach mehr oder weniger verrotten. Sowas wie die Schauzeit in Rheydt wäre auch hier vielleicht ein guter Ansatz.

Mit der neuen Pächterin des ehemaligen Stainers und Soahns Garküche gibt es ja – neben den Pizza und Dönerbuden - auch ein paar Food Angebote in der Altstadt. Könnte es hier nicht eine größerePalette geben – vielleicht einen Burgerladen oder anderes Streetfood?

Tagesgastronomie war ja auch mal im Gespräch. Es gibt ja noch die Alge – Nummer eins bei Tripadvisor aber eine ganz normale Pommesbude fehlt mir – wo man sich einfach mal eine Currywurst holen kann. Wir haben hier in der Gegend die Santanderbank, Schulen und einige Firmen, da wäre Tagesgastronomie sicher auch nicht so schlecht. Dafür müsste aber einiges an der Attraktivität an sich getan werden – wie z.B. bei den Fassaden. Da werden wir selbst mit gutem Beispiel voran gehen, sobald die Bauarbeiten auf unserem Dach abgeschlossen sind.

Vor kurzem hat ja die erste Clubnacht erfolgreich stattgefunden. Wie ist denn mittlerweile die Zusammenarbeit mit den anderen Gastronomen in der Altstadt?

Gut. Über den Club der Wirte und vor allem die Clubnacht sind wir zusammengewachsen. Es sind richtige Freundschaften draus entstanden, wie mit Andy aus der Box, Carlos aus dem Goldwasser oder Benny aus der Bar Plastique / Nacht und so weiter. Wir haben alle ein gutes Verhältnis miteinander und planen auch schon die nächste Clubnacht, die wahrscheinlich im Februar stattfinden soll. Außerdem erweitern wir ja gerade über den Club der Wirte die Lampenschirmaktion, wie man sie jetzt schon an der Kulturküche sehen kann. Wenn alles klappt, sollen die über die ganze Waldhausener Straße gehen.

Wenn wir jetzt mal die Leerstände außen vor lassen, gäbe es noch einen Punkt, über den Du mit der Stadt gerne mal reden würdest?

Ja klar – die Sicherheit. Anstatt Polizeiwagen lieber Fußstreifen. Polizisten, die sich mit der Stadt identifizieren, die nicht jedes Wochenende wechseln sondern sagen „die Altstadt ist mein Revier und ich muss gucken, dass die sauber bleibt“.

Es gibt ja die Kameraüberwachung. Hat die die Altstadt gefühlt sicherer gemacht?

Vom Gefühl her nein. Es gab oftmals Situationen, wo etwas passiert ist und man sich gewünscht hätte, dass die Kameras gut funktionieren, um Bilder zu bekommen aber die haben meistens nicht funktioniert. Auf den Bildern kann man die Menschen so gut wie gar nicht erkennen, was aber vielleicht auch an der schlechten Beleuchtung liegt. Ich kann die tollste Kamera einsetzen, wenn es halt stockfinster ist sieht man in der Nacht halt nichts.

Zum Abschluss. Gibt es irgendetwas, das Du den Mönchengladbachern mit auf den Weg geben möchtest?

Ja klar. Die Altstadt lebt. Kommt vorbei. Man kann hier was erleben, Spaß haben und richtig gut feiern. Wir haben hier ein vielseitiges Programm und verschiedenste Gastronomien. Kommt vorbei und erlebt die Altstadt!

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