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Foto: Praxis Dr. Dr. Lange Weyel
Foto: Praxis Dr. Dr. Lange Weyel

Im Fokus moderner Zahnmedizin Zahnerhalt

Die Zahnmedizin stellt den Erhalt natürlicher Zähne in den Mittelpunkt. Wir sprachen mit den beiden Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen aus dem Menge Haus über Maßnahmen zur Rettung von Zähnen, die durch parodontale Erkrankungen gefährdet sind.

Redaktion:
Was sind die Hauptursachen für Zahnverlust?

Dr. Dr. Ralf-Thomas Lange:
Eine der häufigsten Erkrankungen der Bevölkerung im Bereich der Zähne sind Karies und parodontale Erkrankungen wie Gingivitis und Parodontitis, oft medizinisch nicht korrekt auch Parodontose genannt. Etwa drei von vier Erwachsenen leiden im Laufe ihres Lebens an einer Parodontitis. Viele ohne es zunächst zu wissen. Unsere überweisenden Kollegen sehen nur sehr selten einen erwachsener Patienten ohne einen parodontalen Befund. Die Parodontitis ist eine der Hauptursachen für Zahnverlust. Zu uns kommen Patienten, deren kompletter Zahnhalteapparat, also Weichund Knochengewebe sowie Faserbündel, massiv durch eine Parodontitis geschädigt wurde. Wenn es uns gelingt mit regenerativen Maßnahmen neues zahnhaltendes Gewebe zu schaff en, können wir auch in schwierigen Fällen die betroff enen Zähne retten. Unser primäres Ziel ist, so lange wie möglich und solange es sinnvoll ist, immer die natürlichen Zähne zu erhalten.

Redaktion:
Wie entsteht eine Parodontitis?

Jörg Weyel:
Ursache für eine Parodontitis sind Bakterien, die sich zwischen Zahn und Zahnfl eisch ansammeln. Mit der Zeit bilden diese bakteriellen Beläge einen harten, höckerigen Belag und es kommt zu Entzündungen. Werden diese Entzündungen nicht behandelt, schreitet der entzündliche Prozess weiter fort und erreicht tiefer gelegene Regionen der Zahnwurzel. Er zerstört die Fasern, die die Zähne mit dem Kieferknochen verbinden. Das Zahnfl eisch und der umliegende Knochen ziehen sich zurück, die Zahnhälse liegen frei. Im Verlauf kommt es zu weiterem Knochenabbau. Ohne Fasern und Knochen haben die Zähne keinen Halt mehr, lockern sich und fallen aus.

Redaktion:
Was kann gegen eine parodontale Erkrankung unternommen werden?

Dr. Dr. Ralf-Thomas Lange:
Der beste Schutz ist sorgfältige Mundhygiene zu Hause und regelmäßige professionelle Zahnreinigung in der Zahnarztpraxis. Die moderne Zahnmedizin ist ganzheitlich und prophylaktisch orientiert und bietet wirkungsvolle Maßnahmen zur Vorbeugung einer Parodontitis.

Jörg Weyel:
Eine Parodontitistherapie erfolgt in der Zahnarztpraxis. Bei der klassischen, schonenden PA-Therapie werden die Entzündungsprozesse gestoppt und zur Ausheilung gebracht. Im Rahmen der Initialtherapie werden die Zahnfl eischtaschen und Wurzeloberfl ächen möglichst gewebeschonend gereinigt, die Beläge entfernt und die Wurzeln geglättet. Bereits gelockerte Zähne können gegebenenfalls stabilisiert werden. In schwierigen Fällen kann zur Reduzierung der Bakterienbesiedlung in den Zahnfl eischtaschen eine Lasertherapie erfolgen. Verlorene Gewebe werden bei dieser klassischen Parodontaltherapie nur bedingt zurück gewonnen.

Redaktion:
Wie kann verlorenes Gewebe neu gebildet werden?

Dr. Dr. Ralf-Thomas Lange:
Ist der Substanzverlust groß, wird bei überwiesenen Patienten in unserer Praxis nach Abschluss der konventionellen PATherapie durch chirurgische, knochenaufbauende Eingriff e neues Gewebe zum Teil wieder aufgebaut. Bei größeren Defekten wird die Anlage von neuem Knochen mit einer gesteuerten Geweberegeneration (GTR – Guided Tissue Regeneration) und der Applikation regenerativer Materialien gefördert. Die Bildung des neuen Knochengewebes wird mit einer Mischung aus Eigenknochen und Knochenersatzmaterial angeregt. Hierzu werden der Eigenknochen und das Knochenersatzmaterial in die entstandene Knochentasche eingefüllt. Im Laufe der Zeit wird das Material durch den Körper abgebaut und durch körpereigenen Knochen ersetzt.

Jörg Weyel:
Die regenerativen Maßnahmen können zu einem echten Wiedergewinn von verloren gegangenen parodontalen Strukturen wie Wurzelzement, Desmodont und Alveolarknochen führen. Regeneration bedeutet, dass die Gewebe wieder in Form und Funktion aufgebaut werden. Die Zahnwurzeln fi nden wieder halt in dem neu gebildeten Gewebe und die Zähne sitzen wieder fest.

Redaktion:
Kann wieder ein natürliches Aussehen geschaffen werden?

Dr. Dr. Ralf-Thomas Lange:
Speziell im sensiblen Frontzahnbereich sollen ästhetisch anspruchsvolle Ergebnisse erzielt werden. Nach Abschluss einer Parodontalbehandlung soll das Gewebe wieder möglichst natürlich aussehen und von den unbehandelten Nachbarstrukturen nicht zu unterscheiden sein.

Jörg Weyel:
Um ein möglichst narbenfreies Gewebe zu schaffen sind gegebenenfalls weitere mikrochirurgische Eingriffe notwendig. Durch den Knochenverlust geht wie erwähnt, auch das Zahnfl eisch zurück. Dies führt zum Verlust der Zahnfl eischpapillen. Mit der Rekonstruktion des Gewebes gerade im Frontzahnbereich erfüllen wir den Wunsch nach ansprechender Ästhetik und natürlichem Aussehen.

Redaktion:
Parodontalerkrankungen – in aller Munde. Die Rettung der parodontal geschädigten Zähne bringt deutliche Vorteile für Patienten. Zahnextraktion und Implantatbehandlungen bleiben Betroff enen erspart. Herr Dr. Lange, Herr Weyel, wir danken für das interessante Gespräch.

Praxis für
Mund - Kiefer - Gesichtschirurgie
Plastische - Ästhetische Operationen
Dr. Dr. Lange & Weyel
Fliethstr. 67
41061 MG
Tel. 02161 4666666
www.implantate-mg.de

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