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Smart Camp für Medienkompetenz
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Smart Camp für Medienkompetenz

Simone Stein-Lücke
Simone Stein-Lücke / Foto: Simone Stein-Lücke

Damit vor allem Jugendliche nicht planlos im Netz umherirren, entwickelte Simone Stein-Lücke Smart Camps, in denen sie ihre Kompetenzen zu Themen wie die digitale Zukunft, Sicherheit, oder Selbstdarstellung im Netz erweitern können. Wir sprachen mit ihr über digitale Bildung, Gefahren und Chancen.

Im Interview: Die Gründerin der IT-Modellregion BG3000, aus Bad Godesberg und Initiatorin der Smart Camps, Simone Stein-Lücke.

Was können die Jugendlichen in Ihrem Smart Camp lernen?

Im Smart Camp erfahren Schülerinnen und Schülern viel über Chancen, Gefahren und Respekt im Netz. Es umfasst drei Schwerpunkte: Der erste dreht sich um Prävention und Sicherheit, der zweite um die Selbstdarstellung im Netz und wie man hierbei Kreativität und Chancen nutzen kann. Der dritte Schwerpunkt befasst sich mit Jobs, die durch die Digitalisierung entstehen, beispielsweise der Social-Media-Manager oder der Cyber-Security-Manager.

Welches Ziel streben Sie mit dem Smart Camp an?

Digitale Bildung gilt gerade bei Jugendlichen als sehr wichtig. In diesem Alter stehen sie schon mit beiden Beinen in der digitalen Welt, sind wissbegierig, aber kennen die Grenzen möglicherweise noch nicht. Themen sind hier z. B. Cybermobbing und Respekt im Netz. Wir möchten sie inspirieren, aufklären und ihre Kompetenzen erweitern.

Was erwartet die Teilnehmer?

Jeder kann vorab seine individuellen Schwerpunkte aus dem Programm wählen. Im Smart Camp arbeiten sie sehr praktisch: Sie drehen Filme, schneiden sie und erleben Youtube-Stars hautnah – da sind alle völlig von den Socken. Interessant ist auch das Live-Hacking: Ein Experte hackt sich in ihre Handys und zeigt, wie schnell er ihre Daten klauen und sie manipulieren kann, wenn sie sie nicht ausreichend schützen.

Was bietet die digitale Welt den Jugendlichen?

Erst einmal sehr viele Chancen! Es entstehen neue Jobs und Arbeitsprozesse, die vieles erleichtern. Ich habe meine Magisterarbeit noch mühsam auf den ersten Computern geschrieben, da ist heute viel mehr machbar. Auch Gesundheitsberufe werden digitaler: Durch die Verknüpfung von Patienten-Daten können beispielsweise weltweit Erkrankungsmuster erkannt werden. Da ich selbst meine Termine und Reisen digital plane, die Tageszeitung online lese und somit Daten von mir preisgebe, weiß ich aber auch, wie wichtig es ist, sich mit den Gefahren auseinanderzusetzen. Aber: Die Digitalisierung ist einfach eine tolle Entwicklung. Mein Motto ist hier: Besser früher dabei als zu spät.

Info:

  • Initiator der Smart Camps ist BG3000, eine IT-Modellregion aus Bad Godesberg, deren Gründerin Simone Stein-Lücke ist.
  • Das Smart Camp fand im Januar im Hugo-Junkers-Gymnasium statt.
  • Schirmherr war der CDU-Abgeordnete und MdB Dr. Günter Krings aus Mönchengladbach.
  • Sponsoren sind unter anderem die Konrad- Adenauer-Stiftung, Google, Huawei oder auch regionale Sparkassen.
  • Schulen können sich bei Interesse gerne unter info@gb3000.de melden.

Live-Hacking im Smart Camp

Montagmorgen, 10 Uhr, Hugo-Junkers-Gymnasium in Mönchengladbach: Alle sind gespannt, was sie beim „Live-Hacking“ im Smart Camp der BG 3000 erwartet. Während des digitalen Bildungsprojektes werden rund 150 Schülerinnen und Schüler des 9. Jahrgangs des Hugo-Junkers-Gymnasiums, der Gemeinschaftshauptschule Dohr und der Realschule an der Niers unter dem Motto „Respekt im Netz“ geschult und zu „Medienprofis“ im Bereich der Chancen und Risiken der digitalen Welt ausgebildet. Versierte Referentinnen und Referenten aus der Praxis vermitteln den Schülerinnen und Schülern Knowhow und animieren dazu, Social Media Tools wie Instagram, Blogs, Podcasts, YouTube und Co. nicht nur passiv zu konsumieren, sondern aktiv zu nutzen, kritisch zu hinterfragen und mitzugestalten.

Ich schau mir das „Live Hacking“ an und mich interessiert besonders, wo meine Daten heimlich geklaut werden können. Mit der Antwort des Referenten und Informatikstudenten Thomas Trimborn habe ich gerechnet, sie hinterlässt aber trotzdem ein mulmiges Gefühl: Daten sind immer dann in Gefahr, wenn elektronische Geräte einen Internetzugang haben, beispielsweise das Smartphone. Hacker haben Zugang zu sensiblen Daten: Fotos, die ich an Freunde schicke, Bankdaten beim Online-Banking, mein Kalender, Identitäten auf Spielerplattformen und mein persönliches Profil mit Kontakten oder Standortdaten. Doch wie gelangen diese Daten in fremde Hände?

Vor Thomas Trimborn stehen zwei Computer. Beide gehören ihm, aber wir stellen uns vor, dass der, den er jetzt hacken will, seinem Nachbarn gehört. Der Informatikstudent hat bereits im Voraus eine Seite manipuliert und mit einer Schadsoftware bestückt. Sie sieht aus wie die richtige Log-in-Seite von Google, über die man sich für gewöhnlich anmeldet. Den Link auf diese manipulierte Seite kann er seinem Nachbarn unter einem Vorwand per E-Mail schicken und ihn zum Beispiel im Namen von Google damit locken, dass ein tolles Angebot auf ihn wartet.

Fällt der Nachbar darauf herein, wird die Schadsoftware auf der Seite aktiv und Thomas Trimborn erhält – für seinen Nachbarn unsichtbar – vollständigen Zugriff auf dessen Computer und seine Daten. Eine Schadensoftware kann auch dann auf den Computer gelangen, wenn man Filme oder Musik herunterlädt. Das sollte man deshalb nur machen, wenn der Anbieter 100-prozentig seriös ist.

Thomas Trimborn gibt Tipps, um so einen Angriff zu vermeiden: „Achtet auf das grüne Schloss in der Adressleiste als Symbol für eine sichere, verschlüsselte Verbindung! Installiert regelmäßig Up-dates, ein Virenschutzsystem und öffnet keine E-Mails oder Links unbekannter Herkunft! Auch ein einzigartiges Passwort, das man regelmäßig ändert, kann helfen. Finger weg von leicht zu erraten- den Passwörtern aus Name und Geburtstag oder Passwörtern wie ,1234ʻ. Zudem kann ein unge-wöhnlich hoher Daten- oder Akkuverbrauch ein Anzeichen dafür sein, dass etwas nicht stimmt.“

Der Schülerin Kim Mai Rothe geht es am Ende wie mir: Ich bin schon etwas verunsichert und werde versuchen, die Tipps anzuwenden. Vor allem eine Aussage von Thomas Trimborn ist mir im Kopf geblieben:

„Jede Tür, die Ihr nach außen aufmacht, kann auch in die andere Richtung funktionieren!“

 

Text und Innterview: Chiara Porada

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