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Schaubild zur Geschichte der Stadt
Schaubild zur Geschichte der Stadt, gestaltet mit kulturhistorischen Zinnfiguren von einer Arbeitsgemeinschaft der VHS

Stadtgeschichte im alten Zeughaus

Gladbachs Geschichte in Zinnfiguren – Teil 2: Vit to Pilgrams wird als Ketzer verbrannt

 hren religiösen Auftrag erfüllten die Mönche des Vitusklosters jahrhundertelang dadurch, dass sie in Gladbach und in Orten der näheren und weiteren Umgebung seelsorgerisch tätig waren. Der alte Reliquienschatz unterstützte diese Seelsorgsarbeit, die bei der Art mittelalterlicher Frömmigkeit unbestritten blieb, bis mit dem Beginn der Neuzeit neue religiöse Bewegungen die Menschen erfassten. Im 14. Jahrhundert gab es auch im Gebiet der Abtei Gladbach von der Mystik ergriffene Frauen, die ein gemeinsames Leben In Frömmigkeit, aber ohne feste Ordensregeln führten. Sie lebten jedoch in Frieden mit der Abtei. Besorgnis bei geistlicher und weltlicher Obrigkeit erregten Anfang des 15. Jahrhunderts die Züge der Geißelbrüder am Niederrhein. 1405 kam ein Zug in das Gebiet der Abtei auf einer Bußfahrt. Im Gebiet von Viersen wurde dieser Zug von Behörden und Geistlichkeit angehalten und aufgelöst. Das mitgetragene Bußkreuz wurde in der Viersener Kirche aufbewahrt. Größeres Aufsehen und stärkere Gegenmaßnahmen erregte die Bewegung der sogenannten Wiedertäufer oder Sakramentierer. Sie bemühten sich, ein Christentum in der Art der Urgemeinde zu leben, lehnten die kirchliche Obrigkeit der damaligen Zeit ab und entzogen sich der Spendung der Sakramente durch die eingesetzten Geistlichen. Im Herzogtum Jülich war diese Bewegung ziemlich stark und die herzogliche Regierung schritt zusammen mit den kirchlichen Stellen gegen sie ein. Während in Münster 1534 und 1535 von dieser Schwarmbewegung der Wiedertäufer ein „Königreich des himmlischen Jerusalem“ errichtet und mit Gewalt durch Bischof und Adlige vernichtet wurde, wurde in Gladbach 1537 ein ausdrücklich als Wiedertäufer bezeichneter Sakramentierer mit Namen Vit to Pilgrams festgenommen, peinlich verhört und auf dem Markt von Gladbach verbrannt. Das Schaubild zeigt die Exekution, die nach der Verhaftung am 11. April, der Befragung durch Geistliche, dem peinlichen Verhör im Gefängnis von Grevenbroich und der Verurteilung durch den Herzog von Jülich am 26. Mai 1537 stattfand. Knechte sperren den Zugang zum Scheiterhaufen, Bürger und Bauern schauen bei der Hinrichtung zu, Geistliche üben die für die Gelegenheit üblichen Dienste aus.

Foto: Anna Helm/Marktimpuls, Altes Zeughaus

Altes Zeughaus e. V. | Das Mönchengladbacher Karnevalsmuseum | www.altes-zeughaus.de

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