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Foto: Martin Müllner
Foto: Martin Müllner

Bitte warten Sie einen Augenblick!

Martin Müllner ist vielbeschäftigter Fotograf, macht Porträt-Shootings, Event-Reportagen, Produktfotografien und vieles mehr. Und manchmal steht er vorm Minto und fragt die Passanten, ob sie einen Augenblick Zeit haben. Dann stellt er sich ganz nah hinter sie und drückt auf den Auslöser. Was es damit auf sich hat, erzählt er im Interview.

Interview: Sabrina Forst

Augen spielen seit vielen Jahren eine künstlerische Rolle in Deinem Leben. Warum?
Ein Techniklehrer hat mir vor Jahren mal den Trick verraten, wie man ohne großen Aufwand sehr nahe Distanzfotografie umsetzen kann, und zwar, indem man einfach das Objektiv falsch herum auf die Kamera setzt. Das habe ich ausprobiert und dabei entstand eine faszinierende Aufnahme, auf der ich mein Schlafzimmerfenster in meinen Augen gesehen habe. Danach habe ich immer weiter experimentiert und auf dem HORST-Festival hier in Mönchengladbach hatte ich dann wieder Augen im Fokus. Es gab einen wunderschönen Sonnenuntergang und den habe ich in dem Auge einer Bekannten fotografiert. Bis heute gibt es nun 732 meiner Augenfotografien in diesem Stil und meine Firma heißt „1-Eyeopen“.

Wie kommst Du an Deine Motive, sprich an so viele Augen, in denen sich etwas spiegelt?
Oft stelle ich mich auf den Sonnenhausplatz vor dem Minto und frage die Leute ganz spontan. Es sind viele Paare dabei, die sich fotografieren lassen, oder Familien, Freunde, Klassenkameraden. Einmal habe ich Kollegen im Auge ihres Chefs fotografiert.

Beim Fotografieren rückst du den Leuten ziemlich auf die Pelle, oder?
Ja, das ist eine ziemlich intime Geschichte. Man muss bei dieser Art der Fotografie sehr nah aneinander heran. Ich habe mit meiner Kamera die Möglichkeit, auf bis zu 70 cm zu fokussieren. Ich fotografiere über die Schulter einer Person das Auge der anderen. Und auch diese Personen müssen sehr nah beieinander stehen. Die meisten Leute, die ich fotografiere, kennen sich, lieben sich, mögen sich oder akzeptieren sich, aber es ist manchmal schon sehr lustig, wenn Kollegen oder Klassenkameraden mitmachen und ich denen sage: Noch einen Schritt näher. Die Intimsphäre wird da schnell durchbrochen und das ist etwas, was die Leute zum Kichern bringt. Es gibt einen Trick: Wenn man sich an den Händen hält, dann ist es einfacher.

Foto: Martin Müllner
Foto: Martin Müllner

Bearbeitest Du die Fotos nach?
Ich fotografiere direkt aus der Box und ohne Bildbearbeitung, außer die gelegentliche Bearbeitung eines Bilds direkt in der App. Ich bin ja Fotograf und kein Grafiker.

Was findest Du an dem Augenprojekt so spannend?
Schon der Prozess des Fotografierens ist spannend. Jeder reagiert anders und viele nicht so, wie man es vermutet hätte. Auch in den Augen entdeckt man ganz viele Details. Es gibt so viele Augentypen und Charakteristika. Einige haben Muttermale in der Iris und ich habe schon einen Jungen fotografiert, dessen Wimpern fast weiß waren. Das Foto sieht aus wie ein Negativ. Das ist sehr faszinierend, wie Augen sich selbst und etwas, das sich in ihnen spiegelt, darstellen können. Das jüngste Auge meiner Fotografien ist 15 Tage alt, das älteste 91 Jahre.

Wo kann man sich Dein Projekt anschauen?
Ich habe eine Online-Galerie, in der ich die Bilder ausstelle. Dort kann man sie auch kaufen, wenn man mag. Außerdem habe ich Anfragen zu Ausstellungen. Ich bin schon im Gespräch mit den Verantwortlichen, aber ich möchte erst 1.000 Bilder zusammenhaben. Ursprünglich waren 300 das Limit, aber ich konnte nicht aufhören. Am 21. Mai werde ich beim Familienfest in Rheydt in einem Pavillon des „Paritätischen“ live fotografieren und wahrscheinlich im Haupthaus ausstellen. Und ich bin am 24. Juni beim Alltagsausbrecher Familienfest 2017 vertreten.

Weitere Infos zu Martin Müllner und seinen Projekten unter www.1-eyeopen.de

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