Magazin-Rubriken

August 2017

Aktuelle Ausgabe als PDF - August 2017
Aktuelle Ausgabe
PDF
Weitere Ausgaben
Archiv

Veranstaltungen

< August 2017 >
Mo Di Mi Do Fr Sa So
  1 2 3 4 5 6
7 8 9 10 11 12 13
14 15 16 17 18 19 20
21 22 23 24 25 26 27
28 29 30 31      
Auch in der Borussia-Revue stehen einige Statisten auf der Bühne. Melina Mänz singt und tanzt mit. / Foto: Matthias Stutte
Auch in der Borussia-Revue stehen einige Statisten auf der Bühne. Melina Mänz singt und tanzt mit. / Foto: Matthias Stutte

Das Wichtigste ist... die Liebe zum Theater

Melina Mänz tanzt sich als Statistin aktuell durch die Fußball-Revue „Wir sind Borussia“. Wir sprachen mit der 20-Jährigen darüber, wie es dazu kam und was es bedeutet, in einem solchen Powerstück mitzuspielen. Tipp: Es gibt noch Restkarten für die Vorstellungen am 16. Mai, 30. Mai, 29. Juni und 6. Juli.

Interview: Chiara Porada

Wie bist Du Statistin geworden?
Ich hatte Glück, dass meine Bewerbung als Statistin gleichzeitig mit dem Casting der Borussia-Revue zusammenfiel. Da Leute gesucht wurden, die tanzen können, und ich Erfahrungen von Bauchtanz über „Latein“ bis Hip-Hop habe, wurde ich eingeladen. Mit dem Choreografen haben wir zwei Tänze geprobt und einige Bewerber wurden ausgesucht, unter anderem ich. Bei der Borussia-Revue machen die Statisten also etwas mehr als gewöhnlich: Wir tanzen und singen mit.

Was ist das Besondere an den Tänzen der Borussia- Revue?
Die Tänze zählen zum Showtanz. Sie sind nicht komplex, sondern publikumsnah, locker, spaßig und cool. Das Stück lebt ja auch vom Publikum. Das ist so eine wahnsinnige Stimmung bei den Aufführungen. Die Leute stehen auf, singen mit und haben einfach Spaß. Daher müssen die Tänzerinnen zwar ein gewisses Talent mitbringen, aber nicht zwangsläufig professionell ausgebildet sein.

War es auch mal stressig?
Die Probenphase war sehr zeitaufwändig, letztendlich war ich jeden Tag mindestens vier Stunden im Theater. In kurzer Zeit mussten wir unsere elf Tänze lernen, das war natürlich oft stressig. Bei der Vorstellung selber geht es aber: In der ersten Hälfte des Stücks zeigen wir einige Tänze hintereinander. Da braucht man viel Energie, denn das ist sehr anstrengend. In der zweiten Hälfte haben wir etwas Zeit zwischen den einzelnen Tänzen und können hinter der Bühne durchatmen und alles nochmal durchgehen.

Was sind denn generell Voraussetzungen und Aufgaben einer Statistin?
Grundsätzlich kann sich jeder bewerben. Man füllt einen Bogen mit Fragen zu Fähigkeiten wie Tanzen, Singen oder Instrumentenkenntnissen aus und wird dann in die Kartei aufgenommen. Die wichtigste Voraussetzung ist aber die Liebe zum Theater. Ja nachdem, welches Talent oder welcher Typ für ein Stück gesucht wird, wird man zum Casting eingeladen. Ein Statist übernimmt beispielsweise die Aufgabe, etwas als Dienstmagd auf die Bühne zu bringen. Oder die Lebkuchenmännchen jüngst bei „Hänsel und Gretel“ – das sind auch Statisten. Es gibt auch Beleuchtungsstatisten, die während einer Probe anstelle der Schauspieler auf der Bühne stehen, damit die Lichteinstellungen angepasst werden können.

Foto: Matthias Stutte
Foto: Matthias Stutte

Was ist das Tolle an der Mitarbeit als Statist?
Schauspielen ist eine Sache, die ich liebend gern mache und auch als Beruf ausüben möchte, aber ohne eine Ausbildung als Schauspielerin ist das natürlich schwierig. Statistin zu sein ist eine gute Möglichkeit, hier hineinzuschnuppern und eine Menge zu lernen. Für mich war es hier das erste Mal live auf einer großen Bühne. Ich empfinde das Ganze auch nicht als Arbeit, sondern bin einfach froh, dass ich das machen darf und so tolle Leute kennenlerne.

Welchen Moment wirst Du nicht vergessen?
Bei einer Vorstellung saß ein Mädchen mit Down-Syndrom in der ersten Reihe und hatte richtig Spaß. Bei einem Lied gehen wir singend durch das Publikum und wenn Kinder in der Nähe sitzen, gebe ich ihnen ein High-Five. Das Mädchen war so aufgeregt, dass ich mich in die Mitte zu ihr durchgekämpft habe und sie einschlagen konnte. Als ich wieder zurück auf der Bühne war, habe ich gesehen, dass sie vor Glück geweint hat – ein sehr bewegender Moment!

Siehst Du das Theater jetzt anders?
Inzwischen ist es so, dass ich mich statt zum Kino oft zum Theater verabrede. Es ist lustig, wenn man die Schauspieler und ihre Charaktereigenschaften kennt, und diese auch in den Figuren, die sie spielen, wiedererkennt. Das Theater ist eine eigene kleine Welt und ich hoffe, irgendwann mit Schauspielausbildung zurückzukommen und in das Ensemble aufgenommen zu werden.

Foto: Melina Mänz
Foto: Melina Mänz

Melina Mänz...

... wurde 1997 in Viersen geboren und studiert Kunstgeschichte an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf. Sie tanzt schon seit Kindertagen, u. a. Hip-Hop, Bauchtanz und Standard- und Lateintänze. Sie war als Tanzassistentin in der Tanzschule Hölters tätig, wirkte schon an unterschiedlichen Schultheaterproduktionen mit und war 2015 in einer kleinen Rolle im ARD-Spielfilm „Der Äthiopier“ neben Jürgen Vogel zu sehen. Am Theater Krefeld und Mönchengladbach ist sie in der Spielzeit 2016/ 2017 als Tänzerin in der Produktion „Wir sind Borussia“ zu sehen.

Zurück

Diese Webseite verwendet Cookies. Weiterlesen …