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Design Goldgräber
Design Goldgräber / Foto: Nadine Beneke

Design Goldgräber

Design Goldgräber
Design Goldgräber / Foto: Nadine Beneke

Ursprünglich sollte der Pop up Store by Engel und Helden & SISU lediglich in der Vorweihnachtszeit bestehen. Nun geht es mit dem kleinen Ladenlokal auf der Wallstraße dauerhaft weiter. Was die Betreiberinnen Inga Schwartz und Verena Rees dazu bewogen hat, und welche Pläne sie für 2017 haben, verrieten sie Nadine Beneke.

Man nehme die Inhaberin einer Designagentur, die Betreiberin eines Online-Designhandels und ein freies Ladenlokal. Heraus kommt – ein spontaner Weihnachts- Pop up Store. Spontan im wörtlichsten Sinne: Im Oktober des vergangenen Jahres rief Inga Schwartz ihre heutige Kollegin Verena Rees an, und fragte, ob diese sich einen kurzzeitigen gemeinsamen Geschäftssitz in der Wallstraße vorstellen könne. „Wie ein Heiratsantrag“, witzelt Verena Rees heute. Sie sagte Ja und anderthalb Monate, einige schlaflose Nächte „und ein paar Flaschen Wein“ später, eröffneten sie ihr zunächst auf die Dauer von November und Dezember begrenztes Ladenlokal. „In Finnland macht man das öfter mit den Pop up Stores. Hier hat es etwas Zeit gebraucht, um zu verstehen, was wir sind“, erklärt Inga Schwartz, die ursprünglich aus Oulu, der nördlichsten Großstadt der EU, kommt. Nach der Eröffnung Ende November fragte mancher Gladbacher beim Betreten des Ladens gar: „Kann man hier etwas kaufen?“ Die beiden Frauen nahmen es mit Humor und leisteten Aufklärungsarbeit. Mit Erfolg. Das Geschäft bleibt und wird sogar noch erweitert. Ab dem 11. März beziehen sie mit einem Schauraum für skandinavische Möbel die zweite Etage des Hauses in der Wallstraße 11. Aussehen soll der Apartment Room wie eine echte Wohnung, in der eine Familie mit Kindern wohnen könnte. Zur Eröffnung nächtigen dort auch tatsächlich die finnischen Möbelbauer von Ava Room. Die Familie mit sechs Kindern, die Inga Schwartz schon länger in ihrer Agentur betreut, begannen ihr Start-up aus rein praktischen Gründen, wie die 41-Jährige erzählt: „Die Familie hat Möbel gebaut, um ihre eigenen Alltagsprobleme zu lösen.“ Sie deutet auf ein weißes zweistöckiges Bett, das im Hinteren des Ladens steht, und zieht die untere Schublade aus. Dort passt haargenau eine Matratze hinein. Praktisch! Zur Eröffnung der zweiten Etage am 11. März reist außerdem der Macher des preisgekrönten finnischen Roggen-Gins an, den die beiden Frauen schon jetzt anbieten. Außerdem soll es in der unteren Etage auch weiterhin ausgewählte skandinavische Kleinigkeiten, Kleidung und Wohlfühlartikel wie Kissen oder Schaukeln (auch für Erwachsene!) geben.

Design Goldgräber
Design Goldgräber / Foto: Nadine Beneke

Während Inga Schwartz, die eigentlich Maarit-Inga mit Vornamen heißt, die Liebe zum skandinavischen Design bereits in die Wiege gelegt bekam, entdeckte Verena diese mit der Geburt ihrer beiden Kinder. 2010 machte sich die Innenarchitektin mit ihrem Online-Shop „Engel und Helden“ schließlich selbstständig. Aus mehreren Gründen: „Einerseits war die Frage, was ziehst du den Kindern an und wie richtest du ihre Zimmer ein. Hinzu kam, dass ich meinen Job einfach nicht mehr machen konnte. Ich habe so oft abends bis elf im Büro gesessen und irgendwelche Projekte bearbeitet. Das musste auch irgendwie anders gehen.“ Mit Skandinavien verbindet sie vor allem die „Liebe zum Design“. Außerdem sieht sie einen entscheidenden Unterschied im Vergleich Deutschland – Skandinavien: „Der Deutsche tendiert dazu, für weniger Geld einzukaufen. Und schmeißt es im nächsten Jahr wieder weg. Ich glaube, da sind die Skandinavier einfach ein bisschen schlauer.“ Inga Schwartz benutzt zum Beispiel noch immer das klassische Iitala-Geschirr, das sie vor zwanzig Jahren bekommen zum Auszug hat. Sie sagt: „Man investiert etwas mehr und hat länger etwas davon.“ Außerdem gibt es dank schlichtem Design viele Kombinationsmöglichkeiten. Das Ikea-Prinzip.

Engel und Helden & SISU
Engel und Helden & SISU / Foto: Luisa Sole Lulugraphie

Nach Mönchengladbach kam sie übrigens der Liebe wegen, arbeitete acht Jahre für Nokia in Düsseldorf, war stets im Marketing tätig. Bis ihre beiden Kinder kamen. Noch eine Gemeinsamkeit der Frauen, die beide als zweifache Mutter Beruf und Familie managen. Ein großer Vorteil, findet die Finnin: „Es war eine geschäftliche Beziehung. Jetzt ist es eine Freundschaft.“ Ihre Umgebung lieben die Betreiberinnen außerdem. „Die Wallstraße ist die schönste Einkaufsstraße in Mönchengladbach“, sind die beiden sich sicher. Wünschen würden sich beide noch einen angrenzenden Blumenladen. Und ein Kinderschuhgeschäft. Die Grundlage für eine gute Nachbarschaft legen die beiden kurzerhand selbst – und planen im Sommer ein Mittsommerfest, „mit einem langen Tisch auf der Straße.“

Engel und Helden & SISU
Wallstr. 11
41061 Mönchengladbach
www.engelundhelden.online
facebook.com/engelundheldenonline

 

Text: Nadine Beneke

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