Museumsleiter Dr. Karlheinz Wiegmann und Frank Fuge stehen vor dem großen „Kupfernen Buch“, welches auf einem Tisch liegt. Museumsleiter Dr. Karlheinz Wiegmann und Frank Fuge stehen vor dem großen „Kupfernen Buch“, welches auf einem Tisch liegt.
Foto: © Stadt MG
Museumsleiter Dr. Karlheinz Wiegmann und Frank Fuge mit dem „Kupfernen Buch“ das nun im Museum Schloss Rheydt verbleibt.
14.09.2021
Aktuelles

Kupfernes Buch zurück in Mönchengladbach

1932 wurde das Ehrenmal "Michael hilf" im Grenzlandstadion eingeweiht, vom Künstler Walter Kniebe expressionistisch gestaltet. Die Nationalsozialisten, denen dieses monumentale Werk als "entartete Kunst" ohnehin ein Dorn im Auge war, schmolzen es 1940 ein. Herzstück des Krieger-Ehrenmals war ein kupfernes Buch, dass die Namen der Kriegsgefallenen enthielt. Dieses Buch galt mit dem Ende von "Michael hilf" als verloren, doch auf verschlungenen Wege blieb es erhalten, wurde vor einiger Zeit wiederentdeckt und fand nun seinen Weg zurück nach Mönchengladbach.

Wiederentdeckt hat es der sich als Gefallenenforscher bezeichnende Frank Fuge: "Ich habe es auf einem Online-Verkaufsportal entdeckt. Bisher muss es wohl einfach Jahre irgendwo gelagert haben." Außerdem ist wohl bekannt, dass das Buch noch vor der Verschrottung gerettet wurde. Wer und warum es damals vor dem Einschmelzen bewahrt wurde, ist allerdings nicht bekannt.

1280 Namen von Gefallenen des Ersten Weltkrieges stehen in dem Buch. Bis auf wenige, rund 80 Namen, konnte Fuge zusammen mit anderen, die sein Interesse an der Gefallenenforschung teilen, bereits recherchieren. Welchen Platz das Buch im Museum Schloss Rheydt finden wird, steht jetzt noch nicht fest. Museumsdirektor Dr. Karlheinz Wiegmann kann sich aber vorstellen, das Buch in der Sammlung mit den recherchierten Informationen zu verknüpfen: "Möglich wäre zum Beispiel eine Verknüpfung mit einer Datenbank, wo Interessierte dann Informationen zu den Namen erhalten können." Das alles soll aber in Ruhe geplant und angegangen werden.