Sebastian S. auf seinem E-Lastenrad, er fährt über eine Straße Sebastian S. auf seinem E-Lastenrad, er fährt über eine Straße
Foto: © Stadt MG
Sebastian S. aus Wickrath erledigt inzwischen viele Dinge mit seinem E-Lastenrad. Er gehört zu den 107 Personen, die bei der städtischen Förderung ausgelost wurden und einen Zuschuss zum Kauf eines Lastenrads oder Fahrradanhängers erhalten haben.
03.01.2023
Aktuelles

Lastenradförderung: „Eine prima Hilfe, um den Alltag zu organisieren“

Sebastian S. aus Wickrath hat mithilfe von städtischen Fördermitteln ein Lastenrad gekauft – so wie rund 100 weitere Menschen. Derzeit überweist die Stadt die letzten Zuschüsse.

Wieso nicht einfach mal den Tannenbaum mit dem Fahrrad kaufen? Diese Frage dürften sich dieses Jahr die 107 Mönchengladbacherinnen und Mönchengladbacher stellen, die sich mit Unterstützung der städtischen Förderung ein Lastenfahrrad (76) oder einen Fahrradanhänger (30) zugelegt haben. Bis zu 50 Prozent des Kaufpreises gab es dazu in zwei Förderrunden von der Stadt geschenkt. Pünktlich zum Weihnachtsfest veranlasst die Verwaltung derzeit die letzten offenen Überweisungen an die Fördermittelempfänger.

Zu ihnen gehört auch Sebastian S. aus Wickrath. Der 34-Jährige und seine Frau hatten bei der zweiten Förderrunde im September Losglück. Anfang November kam das elektrisches Lastenrad an. Seitdem ist das Gefährt regelmäßig im Einsatz, vor allem um den kleinen Sohn zur KiTa zu bringen. Aber auch für Einkäufe oder für Wochenendausflüge möchte Sebastian nicht mehr auf das Lastenrad verzichten. "Um als Familie unseren Alltag zu organisieren, ist das Lastenrad eine prima Hilfe. In Kombination mit Home Office und der vorhandenen Infrastruktur hier in Wickrath kommen wir dank des Lastenrads mit nur einem Auto aus", sagt er.

Vor genau einem Jahr war die dreiköpfige Familie aus Köln ins eher ländlich geprägte Wickrath umgesiedelt. Dass es auch hier mit nur einem Auto funktionieren könnte, davon war die Familie anfangs nicht überzeugt. "Die Idee, uns ein Lastenrad zuzulegen, fanden wir charmant. Aber die hohen Preise wären für uns ohne die städtische Förderung ein Ausschlusskriterium gewesen", sagt Sebastian. Rund 5.000 Euro kostet sein Modell, das eine Zuladung von 80 Kilogramm erlaubt. Im Gegensatz zu einem PKW hat das Lastenrad noch einen weiteren Vorteil: Es passt gerade so durch das schmale Eingangstor zu Sebastians Grundstück und muss deswegen nicht bei Wind und Wetter draußen stehen. Auch deshalb ist er optimistisch, dass er lange Freude an seinem Lastenrad haben wird. Bausteine der Mobilitätswende "Lastenräder sind einer von vielen Bausteinen, um die Mobilitätswende in unserer Stadt zu schaffen, und können vielen Personen und Familien in unserer Stadt mehr Flexibilität und Mobilität im Alltag ermöglichen", sagt Oberbürgermeister Felix Heinrichs. Gerade weil sich viele Familien die Anschaffung nicht alleine leisten können, sei es ihm eine Herzensangelegenheit gewesen, die Förderung anzubieten. Der für Bauen und Mobilität zuständige Stadtdirektor und Technische Beigeordnete Dr. Gregor Bonin ergänzt: "Wir arbeiten Tag für Tag an einer besseren Fahrradinfrastruktur in dieser Stadt. Mit der Lastenradförderung gehen wir das Thema Mobilitätswende noch von einer anderen Seite an. Lastenräder und Fahrradanhänger sind praktische Alltagshelfer, die in vielen Alltagssituationen das Auto ersetzen können." Im Zuge der Lastenradförderung hatte die Stadt in zwei Runden im Juni und September jeweils 50.000 Euro zur Verfügung gestellt. Hinzu kamen in der zweiten Runde weitere 50.000 Euro aus Landesmitteln. Aus dem Fördertopf konnten sich Interessierte bis zu 50 Prozent der Netto-Anschaffungskosten für neue E-Lastenräder (maximal 2.500 € Förderung), Lastenräder (max. 1.500 €) oder Fahrradanhänger (max. 1.000 €) erstatten lassen.