2 Fotos, auf dem linken Gracia Sacher und auf dem rechten ein Pale Ale mit befülltem Bierglas 2 Fotos, auf dem linken Gracia Sacher und auf dem rechten ein Pale Ale mit befülltem Bierglas
Foto: © Gracia Sacher
01.06.2021
Bier

Bierstil (India) Pale Ale: Die hopfigen Früchtchen im Craftbier-Bereich

Redaktion: Gracia Sacher

Nachdem ich in einer der vergangenen Ausgaben über einen klassischen deutschen Bierstil geschrieben habe, möchte ich Sie in diesem Monat mit nach England nehmen, dem Zuhause des Pale Ales. Während der Begriff „Ale“ obergärig gebraute Biere beschreibt, lässt sich „pale“ mit „blass“ übersetzen. Man könnte also einfach sagen, die Rede ist von einem hellen obergärigen Bier. Und dieses bringt natürlich ein paar stiltypische Eigenschaften mit.

Zum Einsatz kommen helle Malze, die letztendlich für die Farbe des Bieres sorgen. Es handelt sich um einen hopfenbetonten Stil, ohne jedoch besonders herb auszufallen – der malzige Körper hält hier recht gut gegen. So stellt das Pale Ale ein gut geeignetes (da recht ausbalanciert) Craftbier-Einsteigerbier dar, sofern man auf hellere Typen mit hopfigem Charakter steht. Durch die (moderat) eingesetzten Aromahopfen finden sich angenehm fruchtige Noten, die beispielsweise in die Steinobst- oder tropische Richtung gehen können. Der Alkoholgehalt dreht sich hier meist maximal im Bereich von 6 %. Alles in allem ein doch süffiger Vertreter unter den hopfenbetonten Bieren, der sich großer Beliebtheit erfreut, in England übrigens bereits seit dem 18. Jahrhundert. Dort braute man mit klassischen englischen Hopfensorten, während die heute gerne verwendeten amerikanischen Varianten deutlich aromatischer daherkommen, zahlreiche Brauer toben sich in Sachen American Pale Ale ordentlich aus. Einen amerikanischen Ursprung hat es jedoch, wie oft vermutet wird, nicht.

Die Bezeichnung „Pale Ale“ findet sich auch im IPA bzw. India Pale Ale wieder. Dieser Stil wird meist als erstes genannt, wenn die Frage nach Craftbier aufkommt. Bei diesem Bier wird man in Sachen Hopfen deutlicher gefordert, so finden sich je nach Subtyp auch besonders bittere Vertreter. Die malzige Seite rückt hier hingegen weiter in den Hintergrund. Gleichzeitig bekommt man ein ordentlich fruchtiges Aroma geboten, das sich durch den Zeitpunkt der Aromahopfengabe steuern und somit auch noch mal intensivieren lässt. Neben dem Mehr an Hopfen steigt auch der Alkoholgehalt ein wenig. Hat man in dieser Hinsicht immer noch nicht genug, greift man zum Double oder Imperial IPA. Zum „India“ (IndiaN ist es hingegen nicht – häufiger Anfängerfehler!) im Namen gibt es die Geschichte, dass man das Pale Ale für die Überfahrt zu den in Indien stationierten britischen Soldaten haltbarer machen wollte (und hier kommt der Hopfen ins Spiel, denn dieser zeigt eine antibakterielle bzw. konservierende Wirkung, die man sich bei damals mangelnder Kühlmöglichkeit gerne zunutze machte). Vermutlich hat sich aber auch einfach nur der Trend des stärkeren Pale Ales verbreitet.

Wie auch immer: Wer hellere Biere mag und einmal in „dieses Craftbier“ hineinschnuppern möchte, ist mit einem ausgewogenem Pale Ale gut beraten. Und wenn es gefällt, legt man eben mit dem IPA eine Schippe obendrauf (lokaler Biertipp: die „Hopfenschelle“ der Hensen Brauerei). Man gönnt sich ja sonst nichts. Schöne Einsteiger-Bierchen finden Sie beispielsweise beim Trinkgut Kefenbaum auf der Wickrather Straße.

In diesem Sinne, viel Freude beim Genuss.

Cheers,
Gracia

Gracias Bierblog „Bierliebe und moodpairing“ finden Sie auf www.moodpairing.de