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MEDIZIN+CO 02/2020

GESUNDHEITSBERUFE 2020

GESUNDHEITSBERUFE 2020
Nach einer durchwachsenen Hinserie dreht Jonas Hofmann wieder auf und tritt nicht nur als „Lautsprecher“, sondern auch als Torschütze in Erscheinung. Foto: © Borussia
Nach einer durchwachsenen Hinserie dreht Jonas Hofmann wieder auf und tritt nicht nur als „Lautsprecher“, sondern auch als Torschütze in Erscheinung. Foto: © Borussia

Borussia mischt weiter mit

Es gibt keine Gründe, warum das im März anders werden sollte

30 Jahre hatte Borussia nicht mehr bei der Fortuna in Düsseldorf gewinnen können. Das hört sich angesichts vieler Jahre der Zweit- und Drittklassigkeit der Fortunen zwar drastischer an als es ist, aber der 4:1-Sieg im Derby Mitte Februar tat den Borussen natürlich trotzdem richtig gut. Der Erfolg im 50. Derby zwischen Düsseldorf und Mönchengladbach bekräftigte zugleich Borussias Vormachtstellung in der Region: „Die Nummer eins am Rhein sind wir“, skandierten die vielen VfL-Fans in der Landeshauptstadt. Und diese Nummer eins wurde sogar nach 22 Spieltagen dieser Saison immer noch als Titelkandidat gehandelt, zumal mit dem ausgefallenen Derby gegen den 1. FC Köln noch eine weitere gute Chance auf drei Punkte für das Team von Trainer Marco Rose wartet.

Nur die Wenigsten trauen sich, offen von der Möglichkeit einer Meisterschaft für Borussia zu sprechen. Über vier Jahrzehnte liegt der letzte nationale Triumph dieser Art von 1977 nun zurück, etliche der Stammgäste im Borussia-Park kennen das Gefühl nicht, Meister zu sein beziehungsweise Meister werden zu können. Auffällig ist die Sprachregelung bei Borussia selbst. In den vergangenen Jahren schienen die Verantwortlichen immer eher den Ball flach halten zu wollen, „einstellige Tabellenplätze“ in der Post-Favre-Ära als Ziel auszugeben war für manchen Fan aber zu wenig. Frei nach Michelangelo war so vielleicht nicht mehr drin für den VfL. „Die größte Gefahr besteht für die meisten von uns nicht etwa darin, ein Ziel zu hoch anzusetzen und zu scheitern, sondern es zu niedrig anzusetzen und es zu erreichen“, hatte Michelangelo einst einmal gesagt.

Spaß an der Rolle gefunden

Ganz weg von diesem Credo, sich etwas kleiner zu machen als der VfL in Wirklichkeit ist, sind die Borussen noch nicht. Doch sie haben Spaß an ihrer Rolle gefunden und wirken in der Kommunikation viel mutiger als beispielsweise noch letzte Saison – und das alles, ohne tatsächlich die Meisterschaft als Ziel zu nennen. Jonas Hofmann prescht generell gerne voran, doch auch er spricht „nur“ von Spaß, Selbstvertrauen und davon, vorne dabei bleiben zu wollen: das kommt gut an. Und das ist glaubhaft, was nicht nur an Borussias Leistungen und auch nicht an der damit zusammenhängenden Punkteausbeute liegt. Das liegt natürlich auch daran, dass es in diesem Jahr einen Vierkampf vorne in der Bundesliga gibt, von dem alle Fußballfans hoffen, dass sich der bis zum Saisonfinale hinzieht. Bayern ist zwar längst wieder in der Spur, doch es gelingt dem Rekordmeister bislang nicht, einen Vorsprung aufzubauen, der die Liga wieder langweilig und alle Ambitionen – auch die unserer Borussia – zunichte macht.

So spannend wie in diesem Jahr war es lange nicht mehr. Und zu dieser Geschichte gehört auch die Tatsache, dass hinter Borussia Bayer Leverkusen gehörig mit den Hufen scharrt. Noch früher als in der vorigen Saison möchten sie die Borussen aus den Champions-League-Plätzen kicken, denn Rudi Völler und die anderen Leverkusener haben den VfL als das schwächste Glied der Kette ausgemacht. Objektiv betrachtet mag das sogar so sein, aber auf dem Platz behauptet sich der VfL die komplette Saison bereits dort, wo er sich eingenistet hat – Ausnahmen bestätigen dabei die Regel.

Richtung weisen

Der März wird gewiss die Richtung für das Saisonfinale weisen, denn Rose und seine Mannschaft haben vier Begegnungen vor der Brust, die vermutlich alles andere als langweilig werden. Möglicherweise werden sich in diesen Wochen das frühe Ausscheiden im DFB-Pokal und das dumme aus der Europa League nachträglich als Joker erweisen. Rose zeigt nicht nur bei seinen Spielideen, sondern auch bei seiner Personalauswahl für die jeweilige Partie ausgesprochen viel Kreativität und Abwechslung. Diese Rotation wäre wegen der fehlenden Doppelbelastung nicht nötig, doch sie könnte sich weiter auszahlen. Dortmund, Frankfurt und Leverkusen haben allesamt im internationalen Geschäft überwintert – und sollte Leverkusen die Zwischenrunde meistern, dann spielen sie drei Tage vor der Partie im Borussia-Park am 22.3. noch das Achtelfinal-Rückspiel.

Was für Spiele: Dortmund, Köln und Leverkusen zuhause! Dazu das Auswärtsspiel bei Eintracht Frankfurt, die zu diesem Zeitpunkt möglicherweise auch noch europäisch unterwegs ist. Das ist der Vorteil für den VfL, der seinerseits durch das Nachholspiel gegen Köln aber auch eine englische Woche vorzuweisen hat. Der Schlager wird am 11. März ausgetragen, um 18.30 Uhr – ein paar Tage nach dem Gipfeltreffen gegen Lucien Favres BVB im Borussia-Park.

Es wäre nicht ganz so schlecht, wenn Borussia sich ihre gute Form im März erhalten könnte! Schafft sie das, dürfen wir weiter frohlocken, über das Ende dieses Monats hinaus, der fußballerisch gesehen für den VfL bereits am 22.3 mit dem Spiel gegen die Werkself endet. Aber warum sollten Marcus Thuram, Alassane Plea und Florian Neuhaus plötzlich schlechter sein als die hochgezahlten Kicker von Bayer und dem BVB? Und warum sollten sie ihre Überlegenheit nicht auch in Frankfurt und natürlich erst Recht gegen Köln ausspielen? Es gibt derzeit – über vier Jahrzehnte nach der letzten Meisterschaft – keine Gründe dafür!

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