Oktober 2020

Aktuelle Ausgabe als PDF - Oktober 2020
Aktuelle Ausgabe
PDF
Weitere Ausgaben
Archiv

MEDIZIN+CO

MEDIZIN+CO 04/2020

GESUNDHEITSBERUFE 2020

GESUNDHEITSBERUFE 2020
Der Alte Markt ist bei gutem Wetter bis in die späten Abendstunden stark frequentiert, was aber passiert im Herbst und Winter? Und steht hier ab November wieder der Weihnachtsmarkt? Foto: © Martin Müllner, 1-EYEOpen Photographie
Der Alte Markt ist bei gutem Wetter bis in die späten Abendstunden stark frequentiert, was aber passiert im Herbst und Winter? Und steht hier ab November wieder der Weihnachtsmarkt? Foto: © Martin Müllner, 1-EYEOpen Photographie

Club der Wirte trifft sich mit der Stadt

Grundlagen für weitere Maßnahmen in der Corona-Krise geschaffen

Der Herbst steht vor der Türe. Wie geht es weiter mit der Altstadtgastronomie? Viele Fragen standen auf der Tagesordnung eines Treffens des Clubs der Wirte mit Vertretern der zuständigen Dezernate und Fachbereiche der Stadt, das am 17. September stattfand.

Auch wenn das aktuell noch gute Wetter und die angenehmen Temperaturen momentan viele Altstadtbesucher auf die Terrassen der Gastronomien rund um den Alten Markt locken und so die finanziellen Auswirkungen des Corona-Lockdowns ein wenig abgemildert werden, sind die Aussichten auf den Herbst und Winter mehr als ungewiss.

Bei vielen Gästen hat sich das Ausgehverhalten dahingehend verändert, dass sie lieber im Außenbereich verweilen möchten, was sich bei abnehmenden Temperaturen und schlechterem Wetter jedoch sicherlich ändern wird. Eine Herausforderung, die im Treffen der Gastronomen und der Stadt thematisiert wurde, war demnach, wie die Außengastronomie auch in den kalten Jahreszeiten genutzt werden kann. So kann sich Igor Zonic vom SunSide die Anschaffung eines hochwertigen und modernen Windschutzes vorstellen, um es seinen Gästen im Außenbereich so angenehm wie möglich zu machen.

Etwas verwundert zeigten sich die Wirte hingegen, dass der Weihnachtsmarkt am Alten Markt beantragt wurde, schließlich hatte der Betreiber beim Interview mit dem Ride Review Videomagazin (Youtube, „Corona Kirmes – Bruno’s Bierdorf in Mönchengladbach – Interview mit Bruno Dressen – 2020“) im Juni angekündigt, dass es zwar ein „Plan B“ sei, aber er „versuchen wolle“ den Weihnachtsmarkt auf seinem Betriebsgelände stattfinden zu lassen. Auch der beantragte Zeitrahmen vom 07. November bis 09. Januar bereitet den Wirten ebenso Sorgen, wie der übliche Besucherandrang zum Weihnachtsmarkt. Gewöhnlich ist ein erhöhtes Besucheraufkommen erfreulich und auch erstrebenswert, in Zeiten von Corona aber eher schwierig.

Im Rahmen dessen gaben die Wirte zu bedenken, dass es auf Grund der Coronarestriktionen in diesem Jahr deutlich geringere Platzkapazitäten gebe, die Nachfrage der Gäste somit das mögliche Angebot übersteige. Die Erfahrung aus den vergangenen Jahren habe gezeigt, dass viele Besucher nach dem Weihnachtsmarkt die umliegenden Kneipen, Bars und Diskotheken besuchten. Sollte dieses Szenario auch dieses Jahr eintreten, würde es zwangsläufig zu unübersichtlichen Ansammlungen vor Gastronomiebetrieben kommen. Eine sehr schwierige Situation vor dem Hintergrund des Infektionsgeschehens und der Coronaschutzverordnung. Zudem dürfen die Wirte am Alten Markt auf Grund der Verordnung in diesem Jahr ihre sanitären Anlagen nicht den Weihnachtsmarktbesuchern zur Verfügung stellen. Die Bedenken der Wirte wurde von den anwesenden Mitarbeitern der Stadt aufgenommen und sollen in die aktuell noch laufende Prüfung der Genehmigungsfähigkeit des Weihnachtsmarktes mit einfließen.

Durchaus schwierig ist natürlich immer noch die Lage bei den Clubbetreibern. Sie haben nur eine Möglichkeit, um in den Betrieb zu gehen: sie müssen ihre Diskothek „runterkonzessionieren“ und somit ihren Club zu einer Bar oder Schankwirtschaft wandeln. Dass dies funktionieren kann, zeigen das Projekt 42 und das Goldwasser. Die Besucherzahlen stimmen. Leider gibt es aber einen Haken: Diskotheken haben branchenüblich höhere Fixkosten, was dazu führt, dass selbst der Betrieb als Bar nur mit staatlicher Überbrückungshilfe funktioniert. Zudem kommt hinzu, dass nicht jeder Club baulich in der Lage ist, einen Barbetrieb umzusetzen. Im Regelfall sind oftmals horrende Investitionen notwendig. Investitionen, die eine mittlerweile klamme Diskothekenkasse nicht stemmen kann, die seit dem Lockdown Mitte März leer bleibt. Eine Diskothek könne sich auch als Schankwirtschaft konzessionieren und unter ganz bestimmten Voraussetzungen nur Feste aus herausragendem Anlass, wie Geburtstage, anbieten. Jedoch entschied das Verwaltungsgericht Münster wie der Begriff „herausragend“ zu deuten ist. Dabei wurde in dem Beschluss 5 L 684/20 vom 14.08.2020 geklärt, dass ein „herausragender“ Charakter ein „runder“ Geburtstag sei.

Laut den Vertretern der Verwaltung sind der Stadt Mönchengladbach beim Thema Diskotheken leider die Hände gebunden. Hier liegt der Ball beim Land NRW. Ein Hoffnungsschimmer für die Clubbetreiber ist gerade in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen zu sehen. Dort dürfen ab November beziehungsweise ab Oktober unter strengen Auflagen wieder Diskotheken öffnen.

Zusammengefasst kann man sagen, dass die Herbst-/Wintersaison die Mönchengladbacher Gastronomie wieder einmal vor Herausforderungen stellt, die derzeit noch nicht absehbar sind. Neben den Wetterbedingungen wird sicher auch das Infektionsgeschehen ein großes Wörtchen mitzureden haben. Zumindest von Seiten der Verwaltung können die Gastronomen jedoch auf breite Unterstützung setzen. Ein Lichtblick für die kommende und herausfordernde Zeit.

Zurück