November 2019

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Szene aus der Probe. Foto: © Matthias Stutte
Szene aus der Probe. Foto: © Matthias Stutte

Debut in der Titelrolle der „Salome“

Die Sopranistin Dorothea Herbert gehört ab der neuen Spielzeit 2019/20 zum festen Ensemble des Theaters Krefeld Mönchengladbach. Sie debütiert am 22. September in der Titelrolle der „Salome“. Die eher seltene Produktion feiert an diesem Tag Premiere und ist gleichzeitig Auftakt der Spielzeiteröffnung nach der Sommerpause.

Interview: Dorothea Herbert

Frau Herbert, Sie weisen eine beeindruckende Karriere auf, Ihre Ausbildung ist erstklassig. Was hat Sie dazu bewogen, beim Gemeinschaftstheater am Niederrhein zu unterzeichnen?

Dorothea Herbert: Die Rollen! Man hat mir für die Spielzeit 2019/20 die Titelrollen der „Salome“ und der „Rusalka“ angeboten. Auch die Rollen in der übernächsten Spielzeit sind ganz stark.

„Salome“ gilt als extrem komplizierte Oper. Sehen Sie das genauso?

Dorothea Herbert: Absolut. Musikalisch gesehen, dramaturgisch und auch textlich. Strauss verlangt von uns alles ab, es gibt sehr viel Text, davon eine Menge Dialog, der Schleiertanz ist eine ganz besondere Szene, und der Schlussmonolog der Salome ist sehr lang, kompliziert und geht an Grenzen, sowohl dramatisch als auch musikalisch.

Wie haben Sie sich auf die Rolle vorbereit?

Dorothea Herbert: Ich hatte mich schon ein halbes Jahr mit dem Stoff beschäftigt, bevor wir hier vor der Sommerpause mit den Proben anfingen. Man muss sich auf diese Oper einlassen, die Entwicklung der Titelfigur sehen. Die Herausforderung liegt in der Herausforderung.

Wie häufig proben Sie?

Dorothea Herbert: Täglich. Wir proben morgens von 10 bis 14 Uhr und dann wieder abends von 18 bis 22 Uhr. Bevor ich zu den Proben gehe, wärme ich meine Stimme mit Stimmübungen für eine halbe Stunde auf. Unser Trainingsstand ist mit dem von Hochleistungssportlern vergleichbar.

Wie sind Sie Solistin geworden?

Dorothea Herbert: Das ist eine Leidenschaft, die mich Zeit meines Lebens getrieben hat. Mit sieben Jahren wollte ich im Chor singen, und zwar beim Tölzer Knabenchor. Das ging naturgemäß nicht, also ging ich zum Münchener Kinderchor am Gärtnerplatz-Theater. Dort habe ich bis zu meinem 17. Lebensjahr gesungen. Danach stand für mich fest, Solistin werden zu wollen.

Szene aus der Probe. Foto: © Matthias Stutte
Szene aus der Probe. Foto: © Matthias Stutte

Über Dorothea Herbert

Ihre musikalische Ausbildung begann Dorothea Herbert mit 16 Jahren als Jungstudentin am Richard Strauss Konservatorium. Ihren Bachelor of Music am Trinity College in London schloss sie mit Auszeichnung ab, es folgte der Master an der Guildhall School of Music & Drama und am Opernstudio der Welsh National Opera in Cardiff. Mit Meisterklassen bei Montserrat Caballé, Dame Kiri te Kanawa, Christa Ludwig und Anna Tomowa-Sintow ergänzte sie ihre Ausbildung. Sie ist Preisträgerin zahlreicher Wettbewerbe und Auszeichnungen. Ihr Repertoire umfasst Rollen wie Senta („Der Fliegende Holländer“), Donna Anna, Contessa („Le nozze di Figaro“) Rosalinde, Elisabetta („Don Carlo“), Agathe, Chrysothemis und die Titelpartie in „Arabella“. 2015 sang Dorothea Herbert ihre erste Fidelio-Leonore an der Garsington Opera und debütierte als Elfe in Mendelssohns „Ein Sommernachtstraum“ bei den Salzburger Festspielen. 2016/17 gab sie ihre Debüts als Senta an den Bühnen Halle und als Amelia („Un ballo in maschera“) am Stadttheater Bremerhaven. Im Juli 2018 folgte ihr Debüt als „Donna Anna“ in Mannheim.

„Salome“ ist ein Musikdrama in einem Aufzug von Richard Strauss, der den Einakter auf der Grundlage von Oscar Wildes Tragödie komponierte. Am Theater an der Odenkirchener Straße hat Mihkel Kütson die musikalische Leitung in der Inszenierung von Anthony Pilavachi.

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