November 2019

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So richtig zufrieden war VfL-Trainer Marco Rose mit den ersten Auftritten seiner Mannschaft in dieser Saison noch nicht. Das sollte den Borussenfans Zuversicht für die Zukunft geben. Foto: © Borussia
So richtig zufrieden war VfL-Trainer Marco Rose mit den ersten Auftritten seiner Mannschaft in dieser Saison noch nicht. Das sollte den Borussenfans Zuversicht für die Zukunft geben. Foto: © Borussia

Derbys und die Rückkehr auf Europas Bühne

Der September bietet eine Reihe Höhepunkte, und vielleicht mehr Erkenntnisse?

Der Start in die neue Fußballsaison brachte Mitte August für Borussia wenig belastbare Erkenntnisse, wohin der Weg in dieser Spielzeit in Meisterschaft und Pokal führen könnte. Es scheint aber ein weiter Weg zu sein, bis die VfL-Akteure das Konzept, die Spielidee und die Vorgaben von Marco Rose derart umsetzen können, dass der neue Trainer am Ende eines Spiels fröhlicher dreinblicken kann als nach dem Sieg in Sandhausen und dem Unentschieden gegen Schalke. Aufgrund der Pokalauslosung drängt sich jedoch bereits jetzt der Verdacht auf, dass der Weg in der Bundesliga länger sein wird und fröhliche Gesichter des Trainers dort eher wahrscheinlich sind.

Der Auftakt in die Pflichtspielsaison gestaltete sich zum Ende hin zunehmend als Krimi. Borussia hatte viel Mühe und das nötige Glück, den knappen 1:0-Vorsprung beim Zweitligisten SV Sandhausen bis zum Schlusspfiff zu retten. Schon die erste Runde hatte für das Rose-Team die auf dem Papier schwierigste Aufgabe vorgesehen. Zumindest das ändert sich in der zweiten Runde nicht, denn der Auftakt der Bundesliga hat gezeigt, dass die Auswärtsaufgabe beim BVB aus Dortmund wohl die höchste Hürde sein dürfte, die es derzeit zu erklimmen gibt. Das Spiel Ende Oktober könnte also bereits das Ende der Pokalträume für die rheinischen Borussen bedeuten – wenngleich auch diese Partie erst einmal gespielt werden muss.

Änderungen im Sinn

Unabhängig vom Ausgang des Pokalspiels der beiden Borussenteams wird es sich wohl erst im Herbst genauer zeigen, wie die VfL-Akteure mit dem neuverordneten Spielsystem zurecht kommen. Zumal Marco Rose bereits weitere Änderungen im Sinn hat. Nach der Nullnummer zum Start in die Bundesliga daheim gegen den FC Schalke 04 erklärte der 42-Jährige, dass die Raute im Mittelfeld zwar gegen Schalke, wohl aber nicht langfristig die bevorzugte Variante sei. „Wir werden nicht immer Raute spielen, das muss man klar sagen. Wir haben ja in der Vorbereitung auch 4-2-3-1 und 4-3-3 gespielt und werden zeitnah auch noch die Dreierkette mit hinzunehmen, weil wir einfach das Personal dafür haben.“

Nein, zufrieden war Rose nach den beiden Auftaktbegegnungen nur bedingt, auch wenn vor allem gegen Schalke ein Schritt in die richtige Richtung zu erkennen gewesen sei. „Ich habe viele Dinge von dem gesehen, wie wir uns das in Zukunft vorstellen. Trotzdem sind wir natürlich weit weg von Zufriedenheit. Es geht darum, noch schneller Vertikalität in unser Spiel zu bringen. Sei es im Positionsspiel oder im Umschaltspiel. Aber es ist ein Prozess, wir arbeiten daran.“ Im September hat Borussia dreimal die Möglichkeit, es wieder ein bisschen besser zu machen – vor allem aber hat sie die Möglichkeit, sich unabhängig von der Spielweise mit Erfolgen beliebt bei den eigenen Fans zu machen. Denn der September kommt gleich mit zwei rheinischen Derbys daher.

Dem Spiel beim 1. FC Köln Mitte des Monats fiebert wohl schon jeder VfL-Fan entgegen. Der Aufsteiger hätte vermutlich auch lieber erst später in der Saison gegen seinen Angstgegner im eigenen Stadion gespielt. Doch der Spielplan sieht es vor, dass Borussia bereits recht früh im zweiten Auswärtsspiel der Saison den Kölner Dom erklimmen muss. Sollte das schief gehen, woran man kaum glauben mag, hat das Team eine gute Woche später im „kleinen Derby“ gegen die Fortuna aus Düsseldorf die Chance auf eine Wiedergutmachung. Gelängen zwei Derbysiege, würde sich das auch ihn der Tabelle schön ablesen lassen – was wiederum auch Rose gut gefallen würde, ungeachtet der Tatsache, wie sehr seine neue Mannschaft seine Marschroute bereits verinnerlicht hat. Zum Ende des Monats muss der VfL dann bei der TSG Hoffenheim ran und sollte sich dort an die wenigen guten Resultate erinnern.

Viele Fragezeichen

Naturgemäß gibt es zu dieser Jahreszeit noch viele Fragezeichen rund um den Zustand und die zu erwartende Leistungsfähigkeit Borussias. Nicht nur, aber gerade weil ein neuer Trainer an der Seitenlinie steht. Zumindest ist jetzt die Transferphase vorüber, die zu Saisonbeginn eine ziemliche Überraschung für die Borussenanhänger parat hatte: Den Wechsel Michael Cuisances musste man zwar befürchten, aber das ausgerechnet der FC Bayern München der neue Arbeitgeber des eigenwilligen Talentes werden würde, hätte wohl kaum jemand gedacht. Es gibt viele Fragen, die sich rund um diesen Wechsel aufdrängen, eine wird man sich bei Borussia hoffentlich in Zukunft nicht noch einmal stellen müssen: Jene nach dem tatsächlichen Talent des Franzosen.

Cuisance ist längst Vergangenheit. In der Gegenwart scheint ohnehin weniger das Personal wichtig zu sein als vielmehr die Umsetzung des Trainerwillens. Und deren Gelingen wird am 19. September noch einmal auf eine neue Probe gestellt, wenn der VfL zurück auf Europas Bühne kehrt und den ersten Spieltag in der Europa League spielt. Ein Termin, den man sich als VfL-Fan zwischen den Derbys sicher längst im Kalender markiert hat!

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