Oktober 2019

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Foto: Matthias Stutte
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Ein Leben für das Ballett: Yasuko Mogi tanzt seit zehn Jahren am Gemeinschaftstheater

Foto: Matthias Stutte
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Text: Susanne Jordans

Frau Mogi, wie sieht Ihr Arbeitsalltag am Theater aus?

Yasuko Mogi: Los geht mein Arbeitstag um 9.30 Uhr. Im Theater angekommen, ziehe ich mich um fürs Training, das um 10 Uhr beginnt. Wir arbeiten 1,5 Stunden. Dann gibt es eine kurze Pause, bevor die erste Probe um 11.30 startet. Bis 14 Uhr studieren wir unterschiedliche Produktionen ein, darunter natürlich die laufenden Performances, aber auch schon anstehende Aufführungen. Im Anschluss haben wir eine halbstündige Mittagspause. Von 14.30 bis 17.30 findet dann die zweite Probe des Tages mit demselben Programm statt.

Das hört sich nach einem strammen Programm an – haben Sie denn auch einmal einen freien Tag in der Woche?

Yasuko Mogi: Ja, der Montag ist in der Regel unser freier Tag. Dann ist ab und an auch etwas Zeit für mein Hobby, das Tauchen – das mache ich aber nur im Sommer.

Sie sind gertenschlank. Müssen Sie auf bestimmte Lebensmittel verzichten, um Ihre Figur zu halten?

Yasuko Mogi: Nein, ich bin in der glücklichen Lage, alles essen zu können, ohne zuzunehmen. Ich treibe auch privat keinen Sport, vom Tauchen einmal abgesehen.

Foto: Matthias Stutte
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Sie qualifizieren sich gerade weiter zur Ballettlehrerin.

Yasuko Mogi: Ja, das macht mir eine Riesenspaß. Ich trainiere mit jungen Menschen ab 15 Jahren, die alle Profi-Tänzer werden wollen. Sie lernen bei mir eine spezielle Methode des klassischen Tanzens. Mein Ziel ist es, sie bei der Suche nach einer geeigneten Compagnie zu unterstützen.

Was geben Sie den jungen Leuten mit auf den Weg?

Yasuko Mogi: Es ist heutzutage ein steiniger Weg, eine gute Compagnie zu finden. Da ist auch etwas Psychologie gefragt. Ich sage meinen Schülern, dass sie immer an sich glauben müssen. Bleibt positiv, und macht euer Ding!

Foto: Matthias Stutte
Foto: Matthias Stutte

Sie haben in Ihren zehn Jahren am Gemeinschaftstheater unzählige Rollen getanzt. Hatten Sie Lieblingsproduktionen?

Yasuko Mogi: Ja, klar. Ravels „Bolero“ habe ich sehr gerne getanzt, daneben die Rolle der Prinzessin Sita im Kindermärchen „Prinz Rama“. Unheimlich schön fanden mein Mann und ich die Idee von Ballettdirektor Robert North, auch unser gemeinsames Leben in der Produktion „Lachen und Weinen“ symbolisch aufzugreifen. Es waren Szenen voller Poesie und Romantik. Das war in der Spielzeit 2014/15.

Hatten Sie denn in einmal Grund zum Weinen?

Yasuko Mogi: Wir mussten einige Wochen nach den Terroranschlägen vom 11. September in den USA traurige Erfahrungen machen. Wir waren gerade angekommen, um einige Zeit in den USA zu arbeiten. Die schrecklichen Anschläge hallten dermaßen nach, dass wir bis zu einem Jahr hätten warten müssen, um die nötigen Arbeitspapiere zusammenzubekommen. Wir reisten also wieder aus.

Yasuko Mogi, Foto: Matthias Stutte
Yasuko Mogi, Foto: Matthias Stutte

Yasuko Mogi erhielt ihre Tanzausbildung an der japanischen Matsuyama Ballet School sowie an der Kate Simmons Ballet School und am London Studio Centre in Großbritannien. Dort setzte sie sich intensiv mit den Choreografien von Frederick Ashton und George Balanchine auseinander. Als Solistin tanzte sie von 2000 bis 2003 zunächst in der Matuyama Ballet Company, 2005/2006 in der Vienna Festival Ballet Company und daran anschließend im American National Ballet. In den Spielzeiten 2007/2008 + 2008/2009 war sie im Ballett Schindowski in Gelsenkirchen zu erleben. Mit ihrem Mann Takashi Kondo ist sie am Gemeinschafts- theater beschäftigt.

In den kommenden Monaten tanzen Yasuko Mogi und Takashi Kondo unter anderem in „Farben der Welt“.

Inszeniert wird die Uraufführung von Robert North, mit Musik von Igor Strawinsky, Howard Blake, André Parfenov und Antonio Vivaldi. Die Niederrheinischen Sinfoniker spielen unter Leitung von Andreas Fellner. Für den Tanz gewinnt Robert North spannende Impulse, indem er bildende Kunst und Musik aus unterschiedlichen Epochen und Ländern in Beziehung zueinander setzt und ausdeutet. Dabei findet er vielfältige Inspiration in der klassischen Moderne. Der Choreograf widmet sich den Malern Sandro Botticelli, William Turner, Kasimir Malewitsch und Henri Matisse und schlägt so eine Brücke von der Renaissance bis ins 20. Jahrhundert. Ebenso breit gefächert ist die Musikauswahl.

Premiere
am Samstag, 4. Mai 2019, 19.30 Uhr, Theater Mönchengladbach, Große Bühne.

Die weiteren Vorstellungen:
Mai: Do. 09.05., Sa. 25.05., Di. 28.05., Fr. 31.05.
Juni: So. 09.06., Fr. 14.06., So. 16.06. (16 Uhr)
Juli: Sa. 06.07., Fr. 12.07.
Jeweils um 19.30 Uhr, sofern nicht anders angegeben

Tickets
für die Spielzeit 2018/19 sind erhältlich auf www.theater-kr-mg.de und an der Theaterkasse unter Tel.: 02166 6151 100. Wer sich für ein Abo interessiert, kann sich ebenfalls an der Theaterkasse beraten lassen.

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