Oktober 2020

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MEDIZIN+CO

MEDIZIN+CO 04/2020

GESUNDHEITSBERUFE 2020

GESUNDHEITSBERUFE 2020
Im Angriff liegt Borussias Stärke: Doch Marcus Thuram konnte aufgrund seiner zurückliegenden Verletzung wie Alassane Plea beim Saisonauftakt noch keine Hauptrolle einnehmen. Foto: © Borussia Mönchengladbach
Im Angriff liegt Borussias Stärke: Doch Marcus Thuram konnte aufgrund seiner zurückliegenden Verletzung wie Alassane Plea beim Saisonauftakt noch keine Hauptrolle einnehmen. Foto: © Borussia Mönchengladbach

Max Eberl: "Wir haben Ambitionen"

Vorfreude schaffen auf die Champions League, mit guten Leistungen und Ergebnissen

Redaktion: Ingo Rütten

Richtig gute Mannschaften starten mit einem 8:0-Sieg in die Saison! Borussia hat das im DFB-Pokal gegen Oberneuland getan, was VfL-Trainer Marco Rose noch vor dem Start in die Bundesliga zu dem Zitat hinreißen ließ, dass seine Mannschaft „eine richtig, richtig gute“ sei. Zumindest, wenn nicht allzu viele Leistungsträger verletzt seien und es rund liefe bei Borussia. Eine Woche später beim Start in die Meisterschaft musste man aber feststellen, dass es mindestens noch zwei weitere richtig gute Teams in der Bundesliga gibt – vermutlich zwei bessere, als es unsere Borussia ist. Bayern München gewann gegen Schalke – natürlich 8:0 – und der BVB aus Dortmund gewann wie immer in der jüngeren Vergangenheit gegen den VfL, zum Glück „nur“ 3:0. Wenn man nach diesen zwei Pflichtspielen ein Fazit ziehen möchte, dann muss das trotzdem positiv ausfallen. Der Sieg im Pokal war standesgemäß, und die Leistung beim BVB war trotz der am Ende deutlichen Niederlage erneut eine gute. Leider verliert das Team von Rose trotz guter Leistungen regelmäßig gegen Dortmund, und auch gegen die anderen Topteams der Liga gab es unter dem zur letzten Saison gekommenen Coach nicht viele Punkte. Sieben von 24 Zählern, holte Borussia gegen Bayern, Leipzig, Dortmund und Leverkusen - etliche mehr wären drin gewesen, so wie in den letzten Spielen gegen die Namenscousine aus dem Pott. Die richtige Borussia hielt mal wieder 90 Minuten mit, erneut entschieden Kleinigkeiten die Partie. „Die Niederlage ist unglücklich für uns. Es war ein ausgeglichenes Spiel, in der Summe gab es auf beiden Seiten nicht sehr viele Torschüsse. Letztendlich war Dortmund in der Box effektiver und besser als wir“, erklärte Rose.

Und dort in der Box – was früher auch Strafraum genannt wurde – zeigte sich noch ein weiterer Unterschied, der auch in den letzten Spielen gegen Dortmund zu beobachten war. Während nach einem Foul von Rami Bensebaini der Videoschiedsrichter eingriff und Schiedsrichter Felix Brych daraufhin auf Elfmeter erkannte, hatte dasselbe Vergehen von Mats Hummels an Marcus Thuram keine Folgen: Keine Meldung aus dem Kölner Keller, kein Elfer. Muss sich der VfL diesen Bonus erst noch erarbeiten oder zeigt das System Videobeweis gleich zu Beginn dieser Saison erneut alte Schwächen? Es ehrt Rose und den Rest der Gladbacher Borussen, dass sie die Auftaktpleite nicht an diesen beiden Entscheidungen festmachen wollten, offensichtlich hatte man sich eher auf die individuelle Stärke des BVB vor allem im Angriff als Erklärung geeinigt.

Stärke im Angriff

Auch den VfL macht die Stärke im Angriff aus, doch gerade zu Saisonbeginn fielen diverse Offensivkräfte aus. Thuram und Alassane Plea konnten nur kurzzeitig mitwirken, mehr ließ ihr Fitnesszustand nach ihren Blessuren noch nicht zu. Breel Embolo verpasste den Auftakt dagegen genauso wie Neuzugang Valentino Lazaro völlig. Und auch Mittelfeldmotor Denis Zakaria war noch nicht so weit. Bei allen Dreien aber nährt sich die Hoffnung, dass sie zumindest nach der Länderspielpause im Anschluss an den dritten Spieltag eingreifen können. Der VfL hat einen durchaus starken Spielerkader, nicht zufällig wird Borussia mittlerweile auffallend oft zum erweiterten Kreis der Titelkandidaten gezählt. Aber, wenn es in einer Liga mit Bayern München überhaupt einen erweiterten Kreis geben sollte, dann müsste für den VfL aber tatsächlich einfach alles perfekt laufen. Vergangene Saison lief vieles optimal. Nicht die ganze Zeit, aber ausreichend, sodass es für die Qualifikation zur Champions League reichte. Und mehr darf man auch nicht erwarten!

Dreikampf um die begehrten Plätze

Auch in dieser Saison geht es für Roses Team wieder gegen die oben erwähnten Topteams und vor allem im Dreikampf mit Leipzig und Leverkusen um die begehrten Plätze. Daran hat die Niederlage in Dortmund nichts geändert. Dass man beim VfL dessen Leistungsfähigkeit ganz gut einordnen kann, hat Sportdirektor Max Eberl schon oft bewiesen und jetzt aktuell anhand eines Zahlenbeispiels noch einmal deutlich gestellt: „Wir reden bei Dortmund über etwa 500 Millionen Euro Umsatz, beim FC Bayern über 700 Millionen. Wir haben um die 200 Millionen Euro“, unterstrich Eberl im Fernsehen. Zwar sei Borussia prinzipiell in der Lage, jeden Gegner zu bezwingen, aber es dürften nicht zu viele Spieler gleichzeitig ausfallen. „Wir haben Ambitionen“, sagt Eberl, aber das hieße nicht, dass man jetzt die Bayern angreifen wolle. Auch für Dortmund wird es kaum reichen, freuen wir uns also auf den Dreikampf.

In der Bundesliga beginnt der Oktober durchaus reizvoll mit dem Derby beim 1. FC Köln. Siege gegen und erst recht in Köln sind ungefähr so wahrscheinlich wie Niederlagen gegen Dortmund, eine Bestätigung dieser Aussage würde ein Fazit zum Saisonstart dann auch einfacher machen. Die frühe Länderspielpause bietet eine gute Gelegenheit, ein paar Dinge zu prüfen und andere festzuzurren. Denn am Ende des Monats spielt Borussia dann gegen RB Leipzig und gleichzeitig gegen die Bilanz, gegen die Topteams nicht ordentlich Punkten zu können. Dass außerdem am 20./21. Oktober und 27./28. Oktober die Champions League mit den ersten beiden Spieltagen startet, sei nur am Rande erwähnt, da die Auslosung erst nach Druck dieser Ausgabe stattfindet. Dass sich Borussia jedoch auf namhafte Gegner freuen darf, liegt in der Natur der Sache. Gute Leistungen in der Bundesliga wie in Dortmund, nur mit besseren Ergebnissen, lassen die Vorfreude auf die Königsklasse noch größer werden!

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