Dezember 2019

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Die Plexiphones, Foto: © Rozlyne Anderson-Brunnhoff
Die Plexiphones v.l.: Michael von Hehl (Synthesizers), Frank Mevissen (Percussion), Christoph Brandenburg (Guitars), Wolfgang Kemmerling (Lead Vocals), Kurt Schmidt (Bass), Rüdiger Tiedemannn (Drums). Foto: © Rozlyne Anderson-Brunnhoff

Plexiphones: das dritte Studioalbum „Break in the Clouds“ ist da

Auf ihrem dritten Longplayer nach „News From The Colonies“ und „Electric“ gehen PLEXIPHONES konsequent ihren musikalischen Weg weiter und definieren sich auch ein gutes Stück neu. Nach wie vor begeistern die sechs Musiker auf „Break In The Clouds“ mit frischer Spielfreude, reichhaltiger Instrumentierung und überziehen ihre Songs mit wunderschönen Melodien, ohne dabei jedoch zu dick aufzutragen.

Wurde auf dem Vorgänger „Electric“ noch ausgebuffter Power-Pop mit üppigen Arrangements und breiter Produktion zelebriert, so geht die Band auf den zehn neuen Songs zwar nicht weniger episch zu Werke, jedoch umrahmt in ein deutlich transparenteres Klangbild. Verantwortlich dafür zeichnet nicht zuletzt Hilton Theissen, der zusammen mit Bassist Kurt Schmidt das Album produziert hat und auch für das Mastering zuständig war. Dabei offenbart die Band eine beeindruckende Bandbreite, die jedoch immer homogen bleibt und ganz klar die Handschrift erfahrener Musiker trägt, die genau wissen, wie zeitloser Alternative-Pop mit Charakter klingen muss. Songs wie der extrem coole Opener „Apocalypse“, das groovig-rockige „Madame Tussaud“ oder mystisch-poppige Nummern wie „Fail In Love“ fügen sich ebenso nahtlos in das Gesamtwerk ein wie der schleichend-melancholische Abschluss des Albums („My Language“), dessen rockig ausuferndes Finale in den Kontext des Albumtitels „Break In The Clouds“ nicht besser passen könnte.

PLEXIPHONES beweisen, dass eigenständige, komplexe, aber immer nachvollziehbare, britisch geprägte Musik mit Wiedererkennungswert unglaublich viel Spaß machen kann. Textlich drehen sich alle Titel um die emotionalen, zum Teil apokalyptischen Grenzerfahrungen, die ein Mensch im Laufe seiner ambivalentesten Lebensabschnitte machen kann: von Amor bis Armageddon, von Anti-Atomkraft bis Antifaltencremes. Immer auf der Suche nach sich selbst, nach dem idealen Counterpart und dem festen Glauben an das Gute, Aufrichtige, Wahre. „Break In The Clouds“ schafft musikalische Aufbruchstimmung und macht vor allem Lust, die Band live zu hören.

Mehr Infos und Tickets für die „Breaks In The Clouds“ Live Dates 2020 gibt es online unter
www.plexiphones.com
facebook.com/Plexiphones
www.wod.de

Plattencover „Break in the Clouds“
Plattencover „Break in the Clouds“

Schön, dass wir drüber geredet haben...

Die Plexiphones im HINDENBURGER-Interview:

HINDENBURGER: Anfang November erscheint Euer drittes Album „Break in the clouds“. Die Single- und Videoauskopplung „Apocalypse“ ist bereits veröffentlicht.

Ja, am 18.10. ist unsere Single “Apocalypse“ erschienen ... zeitgleich wurde das Video zu dem Titel gelauncht. VÖ des neuen Albums “Break In The Clouds“ ist der 1. November 2019.

HINDENBURGER: In einem belgischen Musikmagazin werden Eure Scheiben als Elektro-Rock, einer Mischung aus Krautrock, Pop und Indie umschrieben. Wo seht Ihr selbst Euch eigentlich stilistisch?

Die eigene Musik stilistisch einzuordnen ist nicht einfach, aber Elektro-Rock, Alternativ- oder Indie-Pop trifft es vielleicht am ehesten. Krautrock meint eine Zeit, in der Kraftwerk, Amon Düül oder Neu europaweit großen Einfluss auf die populäre Musik hatten. Vor allem in England. Bands wie Depeche Mode oder Ultravox bekennen sich bis heute dazu, vom Krautrock beeinflusst worden zu sein.

HINDENBURGER: Für all die, die Euch noch nicht so gut kennen: Wer sind die PLEXIPHONES, was sind Eure musikalischen Wurzeln und Einflüsse?

Sicherlich in den 80ern, aber durchaus auch in den Anfängen der populären Musik, d.h. in Sixties und Seventies. Unsere Wurzeln sind eindeutig Britisch: New Wave, Post Punk und Brit Pop, Gruppen wie The Police, U2, Simple Minds, aber auch deutsche Bands wie 12 Drummers Drumming, bei der unser Bassist und Produzent Kurt mit von der Partie war.

HINDENBURGER: Eure Konzerte, insbesondere Eure Heimspiele sind ja stets irre gut besucht: Was macht Eure Gigs so besonders und was darf man live erwarten?

Wir sind im wahrsten Sinne des Wortes eine leidenschaftliche Live-Band. Es macht uns riesigen Spaß, dem Publikum unser Bestes zu geben ... nur dann kann man erwarten, dass auch etwas von den Leuten zurückkommt und bestenfalls eine Party draus wird.

HINDENBURGER: Wo wird man Eure neuen Tonträger erwerben können und wo wird das Video „Apocalypse“ zu sehen sein?

Gut, dass Ihr nach Tonträgern fragt. In allen gut sortierten Schallplattenläden ;-), die es ja leider nicht mehr häufig gibt. Da unsere Platten-Label Echozone mit einem großen Vertrieb zusammenarbeitet, kann man unsere CD auch bei Saturn, Media Markt und Amazon kaufen oder bestellen. Neben den üblichen digitalen Download- und Streaming-Kanälen versteht sich. Aber z. B. auch im Sounds in Venlo, unserem aktuellen Lieblings-Plattenladen. Unsere 180g-Vinyl-LP findet man unter anderem in der Vinyl-Garage auf der Waldhausener Straße in der Altstadt. Und wir verkaufen sie auf Konzerten. Diesmal wollten wir unbedingt eine hochwertige Vinyl-Scheibe produzieren, die nur nicht mehr so schön knistert wie früher, weil die Materialeigenschaften von Vinyl besser geworden sind. Unsere Vinyl-LPs wurden sogar klimaneutral hergestellt bzw. alle CO2-Emissionen werden durch ein anerkanntes Klimaschutzprojekt ausgeglichen.

HINDENBURGER: Losgelöst von Euren neuen Releases. Ihr seid ja seit einigen Jahren nicht nur bundesweit auf den Bühnen unterwegs, sondern auch regelmäßig im Ausland, zuletzt ja mehrfach in England.

Ja, England ist so etwas wie unser musikalisches Mutterland, wenn man das in Brexit-Zeiten noch sagen darf. Wir haben in London und Oxford in einigen bekannten Clubs gespielt und es zieht uns immer wieder dahin. Nur warten wir gerade mal ab, wie sich die Lage im nächsten Jahr darstellt. Da wir unser letztes Album „Electric“ bei einer englischen Plattenfirma veröffentlicht haben, noch dazu mit einem englischen Producer, lag England für uns vielleicht auch deshalb näher.

HINDENBURGER: Empfindet Ihr es auch so, dass an dem Spruch, dass „der Prophet im eigenen Land nichts wert ist“, tatsächlich was dran ist und in fremden Städten und Ländern Eure Musik anders betrachtet bzw. wertgeschätzt wird oder ist das Unfug? Wie seht Ihr die hiesige Musikszene?

Da ist sicherlich was dran, aber es tangiert uns nicht so sehr. Eigentlich werden wir „im eigenen Land“ immer ganz gut von Presse und Publikum behandelt. Wir spüren auch eine große Wertschätzung von Kollegen aus unserer Stadt. Klar, gibt es immer auch Neider, die hier und da mal einen Kommentar ablassen, aber das interessiert uns eher weniger. Die hiesige Musikszene ist zwar relativ Cover-lastig, aber dafür haben einige Bands aus diesem Genre höchstes musikalisches Format. Es gibt aber auch viele junge Acts mit eigener Musik, die es verdient hätten, international den Durchbruch zu schaffen: Tom Allan & The Strangest zum Beispiel.

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