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Da STIMMT doch was nicht!

Da STIMMT doch was nicht!

Was kann mit der Stimme nicht stimmen?
Häufig entstehen Probleme durch eine besondere Stimmbelastung. Jeder kennt das, dass man nach einer Feier heiser ist, weil man zu laut gesprochen oder zu viel gesungen hat. Das ist nur vorübergehend und kommt nur gelegentlich vor. Menschen, die in Sprechberufen arbeiten, haben aber unter Umständen täglich eine solche hohe Stimmbelastung. Lehrer, Erzieherinnen, Notare, die viel vorlesen und diktieren müssen, Callcenter-Mitarbeiter. Man wird heiser, die Stimme ist belegt, es kratzt, der Hals tut weh, man räuspert sich häufig – ein Teufelskreis. Manche Menschen sprechen auch zu hoch oder zu tief.

Wie kann das passieren?
Zu hoch sprechen beispielsweise ganz oft Menschen, die beruflich mit Kindern arbeiten. Wenn man mit Kindern redet, hebt man die Tonlage häufig ganz automatisch an, dies geschieht unbewusst. Wenn man das den ganzen Tag macht, dann wirkt sich das irgendwann negativ auf den Kehlkopf bzw. auf die Stimmlippen aus. Zu tief spricht jemand vielleicht, weil er eine gewisse Autorität ausstrahlen möchte.

Logopädin Margo Boekema-Lambeck

Wie stellen Sie die Ursache fest?
Für uns ist es ganz wichtig, dass zunächst ein Arzt abklärt, ob es organische Ursachen gibt wie zum Beispiel Stimmlippenknötchen, Polypen, Zysten, Kehlkopfkrebs oder eine Stimmlippenlähmung. Letztere kann als Komplikation einer Schilddrüsen-Operation auftreten. Wenn eine von den beiden Stimmlippen sich nicht mehr bewegt, dann klingt die Stimme sehr heiser, weil ein Stimmlippenschluss nicht mehr möglich ist, oder die Patienten bemerken bei körperlicher Anstrengung, dass ihnen Luft fehlt, weil die Öffnung zum Atmen kleiner ist. Das kann man nur über eine ärztliche Untersuchung feststellen. Wünschenswert wäre aus logopädischer Sicht eine phoniatrische Untersuchung. Phoniater sind HNO-Ärzte, die eine zusätzliche Facharztausbildung (Phoniatrie und Pädaudiologie) haben. In Mönchengladbach werden diese Untersuchungen meines Wissens nach in drei Praxen angeboten. Unter anderem schaut der Arzt danach, wie die Stimmlippen schwingen oder ob zu viel oder zu wenig Spannung im Kehlkopf vorhanden ist und gibt uns wichtige Informationen, die wir für die Stimmtherapie benötigen.

Was kann man denn falsch machen?
Manche Leute benutzen die Stimme schlicht falsch. Sie atmen falsch oder pressen im Kehlkopfbereich. Oder sie öffnen den Mund nicht richtig beim Sprechen. Oder es liegt eine einseitige Belastung des Kehlkopfes vor weil die Sekretärin nicht mit einem Headset arbeitet, sondern den Telefonhörer zwischen Kinn und Schulter klemmt, um etwas aufzuschreiben. Wenn sie das zehn Minuten macht, ist das nicht schlimm, wenn sie das den ganzen Tag macht, kann das zu Problemen führen. Eine sehr hohe Körperspannung kann ein anderer Grund sein. Jeder kennt das. Der eine presst die Hände zur Faust, wenn er angespannt ist, der andere kneift die Zehen zusammen, der Dritte zieht den Bauch ein oder die Schultern hoch. Diese Anspannung kann sich auf die Stimme übertragen. Auch das Rauchen kann den Stimmklang beeinflussen und sogar zu einer organischen Veränderung der Stimmlippen führen. Ein Räusperzwang kann zu stimmlichen Problemen führen wie das Sprechen mit einer überhöhten Lautstärke. Die Therapie ist auf den Patienten zugeschnitten, es gibt kein Standard-Stimmprogramm. Vor allem behandeln wir keinen kranken Kehlkopf, sondern einen Menschen mit einer Stimmstörung. Entscheidend ist die intensive Zusammenarbeit zwischen Therapeut und Patient: Der Therapeut berät und leitet den Patienten an. Dies bedeutet, dass der Patient sich auch außerhalb der logopädischen Therapie mit seiner Stimme befassen sollte und die Übungen regelmäßig durchführt.

Kann man immer etwas tun?
Manchmal sind die Möglichkeiten der Stimmtherapie begrenzt. So gibt es die so genannte „kleine Stimme“. Dies bedeutet, dass der Kehlkopf von Natur aus, rein organisch bedingt, nicht dazu geschaffen ist, eine hohe Stimmbelastung auszuhalten wie z. B. den ganzen Tag in einem Kindergarten gegen Lärm anzusprechen. Meiner Meinung nach sollten Menschen, die einen Sprechberuf ergreifen, vorher eine Eignungsuntersuchung machen um eventuellen Enttäuschungen vorzubeugen. Ich erinnere mich noch gut an eine junge Erzieherin, die sich aus stimmlichen Gründen umschulen lassen musste, obwohl sie ihren Beruf sehr liebte.

Können psychische Probleme ein Grund sein?
Ja, das ist möglich. Bestimmte Redewendungen deuten dies schon an, wie z. B. „Ich bin heute nicht so gut gestimmt“. Manchmal führt eine psychische Belastung zu einer Heiserkeit oder sogar einer kompletten Stimmlosigkeit. Hier kann zusätzlich zu der logopädischen Therapie der Besuch beim Psychologen ratsam sein. Bei Stress oder Belastung kann eine Stimme schlechter werden oder versagen. Auch hierfür gibt es Übungen und Tipps des Logopäden, mit denen man sich im Falle eines Falles sicherer fühlen kann.

PRAXIS FÜR LOGOPÄDIE
Diplom-Logopädin Margo Boekema-Lambeck
Parkstr. 41 | 41061 MG | Tel. 02161 183262 www.logopaedie-boekema-lambeck.de
Sprechzeiten: Montag-Freitag 8:00-18:00 Uhr sowie nach Vereinbarung

FOTOS: MARGO BOEKEMA-LAMBECK, DE.123RF.COM/PROFILE_SIFOTOGRAPHY

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