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Priv. - Doz. Dr. med. Andreas Meyer, Chefarzt der Klinik für Pneumologie (l.) und Dr. med. Katrin Welcker, Chefärztin der Klinik für Thoraxchirurgie (r.).
Priv. - Doz. Dr. med. Andreas Meyer und Dr. med. Katrin Welcker

Diagnose Lungenkrebs

Die Diagnose bricht plötzlich in das Leben ein. Auch Heinrich Fink hat das erlebt. Durch die gute Betreuung in den Kliniken Maria Hilf und eine Portion Glück ist der 81-jährige jetzt wieder fit und möchte anderen Menschen Mut machen.

Schmerzen in der Brust, starkes Schwitzen, ein Husten, der länger als vier Wochen andauert – das sind Symptome eines Lungentumors. Bei Heinrich Fink fängt es mit dem Nachtschweiß an. Monatelang muss er dreimal in der Nacht seinen Schlafanzug wechseln. „Meine Mutter hat immer gesagt, wenn du nachts stark schwitzt, ist etwas mit der Lunge nicht in Ordnung.“ Er geht zu seinem Hausarzt, der einen Röntgentermin vereinbart. Dort wird nur eine kleine Vernarbung festgestellt. Seine Mutter behält jedoch Recht: Eines Tages spuckt er Blut. Da ist ihm endgültig klar, dass etwas nicht stimmt. Der Befund der Computertomographie: Hochgradiges Karzinom - Lungenkrebs! Die Diagnose ist erst ein mal ein Schock. Heutzutage werden Lungeneingriffe dank modernster Technik und schonenden Operationen jedoch meist gut bewältigt „Wenn ein Patient die Diagnose erhält, ist es wichtig, dass er eine individuelle Therapie bekommt“, erklärt Priv. - Doz. Dr. med. Andreas Meyer, Chefarzt der Klinik für Pneumologie im Krankenhaus St. Franziskus.

Die Therapie beginnt mit vielen Untersuchungen

Zunächst wird eine Atemwegsspiegelung (Bronchoskopie) durchgeführt und es werden einige Proben entnommen, um am Gewebe bestimmen.zu können, von welcher Art der Tumor ist. Danach werden Funktionsprüfungen gemacht – zum Beispiel in Bezug auf das Herz-Kreislauf-System oder die Lungenbelastung. Je besser die Werte sind, desto positiver sind die Voraussetzungen für die Operation. Die Lunge wird dahingehend untersucht, wie viel jeder Teil zum Gasaustausch beiträgt. Das kann durchaus unterschiedlich sein. Wichtig ist, vor einer Operation zu berechnen, wieviel Lungenkapazität nach dem Eingriff übrig bleibt. Denn der Patient soll auch nach Entfernung des Tumors noch eine gute Lebensqualität und Belastbarkeit behalten. Außerdem wird bei jedem Patienten ein PET-CT (Computertomographie inklusive Positronen-Emissions-Tomographie) durchgeführt. Das ist eine Untersuchung, bei der ein radioaktiver Zucker als Kontrastmittel gespritzt wird, der im Körper an den Stellen leuchtet, wo vermehrte Aktivität festzustellen ist. Damit wird überprüft, ob der Tumor gestreut hat und sich Metastasen im Körper befinden. Dieses Verfahren gilt im Moment als die beste und schnellste zur Verfügung stehende Methode: „Früher mussten viele verschiedenen Untersuchungen gemacht werden. Bei der einen konnte man nur die Knochen sehen, bei der anderen nur den Bauch, und jetzt hat man eine viel strahlenärmere und schonendere Methode, mit der man direkt den ganzen Körper überblicken kann“, erklärt Dr. med. Katrin Welcker, Chefärztin der Klinik für Thoraxchirurgie.

Heinrich Fink
Heinrich Fink

Heinrich Finks Therapie

In einer interdisziplinären Tumorkonferenz wird über die Ergebnisse beratschlagt, sodass am Ende feststeht, dass es sich bei dem Tumor von Heinrich Fink nicht um ein Karzionom handelt, sondern um ein Karzinoid, ein kleiner Tumor, der operiert werden kann. Heinrich Fink braucht nach dem Gespräch erst einmal Zeit: „Ich wollte zunächst mit meiner Familie überlegen, ob ich das machen lasse. So eine Operation ist ja nicht ganz ungefährlich. Ich habe immer gesagt: Ich lasse mich nicht operieren, in meinem Alter nicht mehr! Aber es haben mich alle überzeugt“. In ausführlichen Gesprächen mit den Ärzten und seiner Familie werden ihm seine Zweifel genommen und es wird sichergestellt, dass er das, was ihm erklärt wurde, verstanden hat. Sogar sein Herzschrittmacher und die Bechterew-Erkrankung stehen der Operation nicht im Wege. Dr. Andreas Meyer liegt besonders am Herzen, sich für den Patienten Zeit zu nehmen: „Ich warte die Reaktionen und Fragen ab und versuche, darauf einzugehen“. So erlebt es auch Herr Fink. Die Ärzte erklären, dass der Operation aus medizinischer Sicht nichts im Wege steht, es wurden keine Metastasen gefunden. Oberstes Ziel der Lungenspezialisten ist, so schonend wie möglich zu operieren, sodass Heinrich Fink schnell in seinen Alltag zurückkehren kann. „Das ist heute in über der Hälfte der Fälle mit der sogenannten Schlüssellochtechnik möglich, bei der der Tumor über ganz kleine Schnitte entfernt werden kann“, erklärt Dr. Katrin Welcker.

Eine Woche später wird Heinrich Fink operiert – ohne Komplikationen! Nicht nur das Karzinoid, sondern auch acht kleine Lymphknoten, die um den Tumor herumliegen, werden entfernt. Die sind aber alle nicht befallen, sodass er im Nachhinein keine Chemotherapie, keine Bestrahlung und keine Medikamente benötigt. Alle Befunde werden im Laufe der Behandlung ausführlich erklärt und schriftlich mitgegeben. Eine ganze Mappe an Infomaterial und Angaben über seinen Krankenverlauf hat Heinrich Fink nun. „Tolles Krankenhaus, tolles Ärzteteam und auch das Pflegepersonal war ausgezeichnet, fachlich und menschlich“, lautet sein Fazit. Ihm ist wichtig, dass er seine positiven Erfahrungen mit anderen Betroffenen teilt. Besonders älteren Menschen will er dadurch Mut machen, den Schritt einer Operation trotz Alter zu wagen. Jetzt ist er rundum zufrieden. Er ist geheilt, sagen die behandelnden Ärzte. Trotzdem ist eine gute Nachsorge sehr wichtig. Alle paar Monate wird er geröntgt, zweimal im Jahr werden eine Bronchoskopie und ein CT gemacht. Wenn nach 2-5 Jahren nichts mehr festzustellen ist, ist alles in Ordnung.

TEXT: CHIARA PORADA

Fotos: Anna Helm, de.123rf.com/profile_blueringmedia

Info: Lungenkrebszentrum Kliniken Maria Hilf

Tumorkonferenz
Jeder Patient wird in einer interdisziplinären Tumorkonferenz vorgestellt, bei der unter anderem Chirurgen, Strahlentherapeuten, Radiologen, Nuklearmediziner und Onkologen an einem Tisch sitzen. Anhand der Berichte und der Bilder wird dort gemeinsam entschieden, welche Therapie für den jeweiligen Patienten am geeignetsten ist. Sie ist wichtiger Kristallisationspunkt in der Klinik.

Zertifiziertes Zentrum
Das Lungenkrebszentrum ist mit Empfehlung der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. zertifiziert. Das bedeutet: Qualität und ein hohes Niveau. Einmal im Jahr wird beispielsweise von außen kontrolliert, dass tatsächlich jeder Patient in der Tumorkonferenz vorgestellt wurde. Das verhindert, dass ein einzelner Arzt willkürlich handeln kann.

Speziell
Das Lungenkrebszentrum ist Teil eines onkologischen Zentrums an den Kliniken Maria Hilf. In Deutschland gibt es aktuell nur 15 onkologische Zentren, die auch ein eigenes Lungenkrebszentrum haben.

Alles unter einem Dach
Alle notwendigen Verfahren werden in den Kliniken Maria Hilf angeboten: vom PET-CT über die Strahlentherapie, die Nuklearmedizin und die Kardiologie bis zur Onkologie. Das ermöglicht eine gute, vernetzte und schnelle Behandlung.

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