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Professor Dr. Ursula Nestle / Foto: Kliniken Maria Hilf
Professor Dr. Ursula Nestle / Foto: Kliniken Maria Hilf

NEUE Chefärztin bleibt der Forschung Verbunden

Professor Dr. Ursula Nestle leitet seit dem 1. Januar 2017 die Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie der Kliniken Maria Hilf.

Den Kliniken Maria Hilf ist es gelungen, eine renommierte Expertin und Forscherin von der Universität Freiburg als Chefärztin nach Mönchengladbach zu holen. Dr. Ursula Nestle ist Professorin an der Albert-Ludwig-Universität und hat international beachtete Studien im Bereich der Strahlentherapie durchgeführt. Jetzt hat sie die Leitung der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie am Maria Hilf übernommen.

Sie ersetzt Dr. Hans Hoff manns, der nach 22-jähriger Tätigkeit als Chefarzt in den Ruhestand verabschiedet wurde. „Ich übernehme eine großartig aufgestellte Abteilung“, sagt die neue Chefärztin. Die Patientenzahlen in der Strahlentherapie sprechen für sich: Täglich werden zwischen 150 und 190 Patienten bestrahlt. Dabei sind andere ambulanten Behandlungen noch nicht eingerechnet. Die Strahlentherapie habe sich in den letzten Jahren unglaublich weiterentwickelt, sagt Prof. Nestle. Die Entwicklung verläuft weg vom überwiegend palliativen hin zum eher kurativen Einsatz der Therapietechnik. „Wir können heute mit Strahlentherapie schonend heilen“, erklärt die Medizinerin, die nach einer zwischenzeitlichen Tätigkeit in der Nuklearmedizin wieder zur Strahlentherapie zurückgekehrt ist, weil sie den therapeutischen Ansatz besonders schätzt.

Lungentumoren beispielsweise, ein Bereich, mit dem sich Prof. Nestle intensiv beschäft igt hat, sind heute in frühen Stadien durch den alleinigen Einsatz von Strahlentherapie heilbar, auch in weiter fortgeschrittenen Stadien haben sich die Heilungschancen durch eine Kombinationsbehandlung von Bestrahlung, Chemotherapie und gegebenenfalls einer Operation deutlich verbessert. Aber auch bei der erfolgreichen Behandlung aller anderen Tumorarten vom Brustkrebs bis zum Hirntumor spielt die Strahlentherapie eine wachsende Rolle. Neben dem onkologischen Bereich wird die Strahlentherapie auch bei prinzipiell gutartigen, aber schmerzhaft en Erkrankungen wie Gelenkbeschwerden angewendet.

Die neue Chefärztin bringt das Know-how mit, um die Klinik auch technologisch in den aktuellsten Stand zu versetzen. In Klinik und Wissenschaft hat sie sich über Jahre zum Beispiel mit der Etablierung der bildgeführten Präzisionsbestrahlung beschäft igt. Privat ist die gebürtige Pfälzerin der Musik zugetan. „Das liegt bei uns in der Familie, wenn wir uns treff en, wird gesungen“, sagt sie. Auch ein Instrument beherrscht sie: Noch steht das Cello in Freiburg, aber es wird bald an den Niederrhein umziehen. Ihre Erfahrungen aus der Musik setzt sie auch in der Chefarzt-Tätigkeit ein. „Eine Klinik ist wie ein Orchester“, erklärt sie. „Es gibt ein gemeinsames Ziel und das Zusammenspiel aller ist von zentraler Bedeutung!“

Professor Dr. Ursula Nestle gilt als Expertin internationalen Ranges, die in internationalen Forschungsverbünden alle modernen Behandlungsoptionen der Strahlentherapie im Speziellen und der Krebstherapie im Allgemeinen bestens kennt und teilweise selbst mit entwickelt hat. „Mir ist der interdisziplinäre Verbundgedanke, also die Zusammenarbeit verschiedener Fachgebiete auf höchstem Niveau, sehr wichtig. Und gerade das macht das Konzept hier bei den Kliniken Maria Hilf aus“, so Frau Prof. Nestle. „Zudem habe ich die Möglichkeit geboten bekommen, weiterhin in der Forschung tätig und Mitglied der medizinischen Fakultät der Universität Freiburg zu sein. „Die Forschung mit der Chefarzt-Tätigkeit zu verbinden, war für mich ein zweiter ausschlaggebender Faktor für die Entscheidung, ans Maria Hilf zu wechseln“, erklärt die Medizinerin.

Dr. Hans Hoffman / Foto: Marc Thiele / HINDENBURGER
Dr. Hans Hoffman / Foto: Marc Thiele / HINDENBURGER

3 Fragen an Dr. Hans Hoffmanns, der nach 22-jähriger Tätigkeit als Chefarzt in den Ruhestand verabschiedet wurde.

Was hat sich in den vergangenen 20 Jahren in der Krebs- bzw. Strahlentherapie getan?
Als ich angefangen habe, Ende der 70er-Jahre, da diente Strahlentherapie der palliativen Therapie, also der Linderung. Heute zielt sie auch auf die Heilung ab, ist also in der kurativen Therapie eingebunden. Die Technik, die dazwischen liegt, kann man sich als Laie kaum vorstellen. Wir können heute fast jeden zweiten Patienten heilen, nicht nur mit Strahlentherapie, sondern natürlich auch mit internistischer Onkologie, mit Chemotherapie, mit Antikörper-Therapie und mehr.

Was haben Sie an der Klinik und an Ihrem Team besonders geschätzt?
Das waren der Zusammenhalt im Team und der Wille, etwas aufzubauen. Als ich hier angetreten bin, gab es noch die Kobaltbestrahlung. Heute haben wir drei Linearbeschleuniger, die Brachytherapie, die Kombination von Strahlen- und Chemotherapie. Das ist alles gemeinsam mit den Mitarbeitern aufgebaut worden. Wir sind in 12 Tumorkonferenzen hier im Haus und in den umliegenden Krankenhäusern vertreten, wir sind vielfach zertifi ziert. Onkologisches Zentrum Prostatakarzinom- Zentrum, Darmkrebs-Zentrum, Lungenkrebs-Zentrum, Mund-Gesichtstumor- Zentrum, gynäkologisches Krebszentrum, Brustkrebs- Zentrum: Das ist eine große Spanne.

Gehen Sie mit einem guten Gefühl? Ist die Klinik in guten Händen?
Auf jeden Fall. Frau Professor Nestle ist eine ausgezeichnete Strahlentherapeutin und was mich besonders freut: Sie bringt sehr viel wissenschaft liches Know-how mit. Sie hat viele Studien selbst konzipiert und das ist für Mönchengladbach sicherlich eine Bereicherung.

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