Max Stenzer steht vor dem Banner des "ITF World Tennis Tour Juniors" Max Stenzer steht vor dem Banner des "ITF World Tennis Tour Juniors"
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01.06.2021
Sport

Leuchtender Stern am Mönchengladbacher Tennishimmel

Max Stenzer im Interview

Redaktion: Jessica Sindermann

„Big Point“, „Chip and Charge“ und „Cross“ sind für den jungen Max Stenzer längst keine Fremdwörter mehr und seit vielen Jahren fest in den Alltag des 15-jährigen integriert.

Bereits im Alter von vier Jahren kristallisierte sich seine Leidenschaft für den Tennissport heraus – während sein großer Bruder auf dem Platz trainierte, beschäftigte er sich stundenlang unermüdlich mit Tennisball und Schläger. Seine ersten Tennisstunden nahm der in den USA, auf Gran Canaria, in Irland und im Schwarzwald aufgewachsene Nachwuchsspieler dann im Alter von sechs Jahren. Immer mit dabei: Seine Mutter Astrid Koh-Stenzer, die selbst Sportlerin ist, viele Jahre aktiv als Tennistrainerin tätig war und ihn bis heute als Managerin tatkräftig unterstützt. Seit März 2020 ist der zweifache Deutsche Jugendmeister nun für den Gladbacher HTC tätig und bringt nicht nur einen beachtlichen Lebenslauf mit, sondern auch jede Menge Talent! Im Interview erzählen er und seine Mutter, Astrid Koh-Stenzer, von seinem Weg zum Erfolg, wie sich der mit Familienleben und Schule vereinbaren lässt und von zukünftigen Karrierezielen!

HINDENBURGER: Wie bist du zum Tennis gekommen? Wie lange machst du das schon?

Max Stenzer: Eigentlich durch meine Mutter, die auch im Tennissport aktiv war und in Arizona, wo wir damals gelebt haben, auch als Tennistrainerin arbeitete. Mein Vater hat Fußball gespielt, mir wurde also die Affinität zum Sport bereits „in die Wiege gelegt“. Als kleines Kind war ich immer schon regelmäßig mit meiner Mutter auf Tennisplätzen. In Deutschland ist das anders, aber in den USA gibt es die an jeder Ecke und ich hatte daher schon früh die Möglichkeit, dort zu spielen. Da der Beruf meines Vaters erfordert, dass wir alle vier Jahre den Wohnort wechseln, zogen wir nach Gran Canaria um. Dort nahm mein Bruder Moritz dann seine ersten Tennisstunden bei einem Verein und ich war als kleiner Bruder natürlich immer mit dabei. Um mich zu beschäftigen, spielte ich dann stundenlang auf eine Tenniswand. Das hat mir schon mit vier Jahren viel Freude bereitet und wurde nie zu langweilig! Im Alter von sechs begann ich dann so richtig und bekam eigenen Tennisunterricht.

HINDENBURGER: Frau Stenzer, wie und wann haben Sie gemerkt, dass ihr Sohn im Tennis besser ist als andere?

Astrid Koh-Stenzer: Nachdem ich in Amerika meinen PTA Instructor-Schein gemacht hatte begann ich, zunächst meinen großen Sohn zu trainieren. Max kam dann immer dazu und spielte den ganzen Tag gegen eine Tenniswand, denn sein großer Bruder hatte ja Training und er musste die Zeit rumkriegen. Schon da habe ich gemerkt, dass er eine besondere Leidenschaft für diesen Sport besaß, weil er unermüdlich war. Später bekam er dann, neben den regelmäßigen Einheiten mit mir, seine ersten Trainerstunden. Hier kristallisierten sich sein Talent und seine besondere Liebe zum Tennis deutlich heraus – Für ihn war immer klar: „Ich bin Tennisspieler, das ist so!“ So beschlossen mein Mann und ich, dass wir diese Stärke weiter fördern wollten. Ich zog kurzerhand mit beiden Söhnen nach Baden-Baden, wo sie von einem expliziten Trainer fünf Jahre lang gecoacht wurden und Max das erste Mal den Titel des Deutschen Meisters errang. Inzwischen wohnen wir in Mönchengladbach und fühlen uns hier pudelwohl.

HINDENBURGER: Welche Erfolge hast du bereits feiern können?

Max Stenzer: Auf nationaler Ebene bin ich zwei Mal deutscher Meister geworden, international habe ich bereits zahlreiche Turniere im U-14 Bereich gewonnen und vor zwei Wochen dann auch mein erstes internationales U-18 Turnier an der Elfenbeinküste. Ich bin ja erst 15, daher war das für mich persönlich ein sehr großer Erfolg! Außerdem habe ich mit Deutschland bei der Europameisterschaft den 4. Platz belegen können.

HINDENBURGER: Du bist durch den Tennissport viel unterwegs. Wie lässt sich das mit der Schule vereinbaren?

Max Stenzer: In Deutschland gibt es eigentlich nur zwei Sportschulen, die das ermöglichen: eine davon ist in Hamburg, eine in Mannheim und diese Schule besuche ich. Da ich als einer der besten Nachwuchsspieler in Deutschland ausgewählt wurde, habe ich eine Sondergenehmigung vom DTB und muss anstatt zweimal pro Woche nur einmal in die Schule. Zurzeit findet der Unterricht montags allerdings via Teams statt und ich erhalte den Input für den Stoff der ganzen Woche dementsprechend an nur einem Tag. Bei aufkommenden Fragen darf ich die Lehrer allerdings jederzeit telefonisch kontaktieren. Arbeiten werden grundsätzlich nur freitags geschrieben, dann oftmals drei an einem Tag. Ansonsten entsprechen der Schulstoff und die Bücher denen aller anderen gleichaltrigen Schüler*innen in Baden-Württemberg. Das ist teilweise wirklich sehr schwierig, weil ich die Lehrer ja nur einmal in der Woche sehe und mir neben dem intensiven Tennistraining den Großteil des Stoffes eigenständig erarbeiten muss.

HINDENBURGER: Zuletzt warst du an der Elfenbeinküste in Abidjan auf einem Turnier. Was ist das Besondere daran, in anderen Ländern Turniere zu bestreiten?

Max Stenzer: Das Besondere ist auf jeden Fall das veränderte Klima! Und nicht nur die klimatischen Umstände sind überall anders, auch die Tennisplätze. Daher ist es obligatorisch, bereits vier Tage vorher anzureisen, damit ich mich an die Bedingungen in dem entsprechenden Land gewöhnen kann. Zuletzt, an der Elfenbeinküste, war das Klima sehr gewöhnungsbedürftig: 35 Grad gepaart mit einer Luftfeuchtigkeit von 80 %. Das war bei den ersten Trainingseinheiten dort echt hart, bis mein Körper sich daran gewöhnt hatte!

HINDENBURGER: Was sind Deine Ziele für die kommenden Jahre, was möchtest Du erreichen?

Max Stenzer: Mein Ziel ist es natürlich, Tennisprofi zu werden! Darauf arbeite ich hin und gebe Alles!

Wir wünschen dem jungen Ausnahmetalent weiterhin alles Gute und viel Erfolg für die weiteren Sprossen seiner Karriereleiter!