Juli 2018

Aktuelle Ausgabe als PDF - Juli 2018
Aktuelle Ausgabe
PDF
Weitere Ausgaben
Archiv

Veranstaltungen

< Juli 2018 >
Mo Di Mi Do Fr Sa So
            1
2 3 4 5 6 7 8
9 10 11 12 13 14 15
16 17 18 19 20 21 22
23 24 25 26 27 28 29
30 31          
Foto: Matthias Stutte
Foto: Matthias Stutte

Das Opernstudio als Chance für junge Künstler aus der ganzen Welt

Stipendium am Theater Krefeld und Mönchengladbach

Die griechische Sopranistin, der russische Bassbariton und der Tenor aus China profitieren als Stipendiaten des Opernstudios vor allem von den Realbedingungen, unter denen sie am Theater auftreten können – etwas, das es an den Hochschulen, in denen die jungen Künstler ausgebildet wurden, nicht gibt. Das Opernstudio Niederrhein existiert seit der Spielzeit 2012/2013. Das Ausbildungsprogramm bietet jungen Gesangstalenten sowie Pianisten und angehenden Dirigenten die Chance, erste Bühnenerfahrungen zu sammeln und ihre Sängerpersönlichkeiten zu entwickeln.

„Ich beobachte hier täglich, wie die Profis ihren Job machen und vergleiche das mit meinem Ansatz. Ich registriere und lerne. Das Gefühl für die Bühne muss man ja erstmal entwickeln“, sagt Panagiota Sofroniadou, die ihr Gesangsstudium 2013 an der Universität in Thessaloniki mit Auszeichnung absolvierte und später an den Hochschulen in Würzburg und Köln fortsetzte. Sie hat schon jetzt die Erfahrung gemacht, dass der Markt ein stärkeres Interesse an ihr zeigt als vor ihrer Zeit am Gemeinschaftstheater. Für ihren Erfolg arbeitet sie wie die anderen hart: „In den Probephasen arbeiten wir von morgens bis spät abends, manchmal ist der Tag kürzer, etwa, wenn nur Repetition ansteht. Abends auf der Bühne ist die schönste Zeit für uns, wenn wir vor Publikum singen“.
Elf Monate dauert das Stipendium, danach kann einmalig verlängert werden. Zwei Jahre verbringen die jeweils fünf Stipendiaten maximal am Gemeinschaftstheater.

Alexander Kalina, der seit Oktober 2013 an der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf in der Klasse von Professor Jarnot im Bachelor-Studiengang studiert, schätzt am Opernstudio insbesondere den Schwerpunkt, der auch auf Szenisches gelegt wird: „Es gibt so wahnsinnig gute Sänger-Schauspieler in diesem Ensemble, von ihnen kann man lernen, lernen, lernen.“ Die jungen Musiker werden in kleinen und mittleren Rollen in Neuproduktionen und Repertoireaufführungen des Gemeinschaftstheaters eingesetzt und erhalten mit einer eigenen Studioproduktion, szenisch-arrangierten Konzerten, Liederabenden und weiteren Projekten das Forum, sich auf individuelle Weise dem Publikum zu präsentieren.

Alexander Liu startete zunächst als Sänger für chinesische Volkslieder durch – eine Besonderheit der chinesischen Gesangskultur – und absolvierte dann von 2005 bis 2009 ein Gesangsstudium an der Hochschule für Künste Yunnan in China, das er mit einem Bachelor-Titel abschloss. Danach erhielt er zwei nationale Stipendien. 2014 bis 2016 folgte ein Master-Studium an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg in der Klasse von Professor Mark Tucker. Er rechnet sich auch dank seines Ausbildungsprogramms am Theater Krefeld und Mönchengladbach gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt aus: „Eben weil das Haus mittelgroß ist, dürfen wir uns auch schon an etwas größere Rollen herantrauen. Das wäre an einem großen Haus nicht möglich. Also können wir hier wunderbar unser Repertoire erweitern.“

Ins Leben gerufen hat das Opernstudio Operndirektor Andreas Wendholz, der ein solches Programm auch schon während seiner Zeit als Künstlerischer Betriebsdirektor am Staatstheater Nürnberg dort mit aufbaute. „Unser Credo für das Opernstudio lautet: Den jungen Solisten eine Zusatzqualifikation durch Praxiserfahrungen zu geben und den Austausch von erfahrenen Kollegen und den teilnehmenden jungen Leuten zu fördern. Das gelingt uns ganz gut, von den bislang insgesamt 16 Stipendiaten haben 80 Prozent hinterher ein Engagement bekommen.“ Die jungen Leute kamen bislang aus Frankreich, China, Russland, Island, Mexiko, Griechenland und Korea. Und natürlich aus Deutschland.

Ganz klare Voraussetzung für einen Platz im Programm ist die musikalische Begabung. Das Theater schreibt die Stipendien an internationalen Hochschulen aus. Weit über 100  Interessierte schicken in der Regel ihre Unterlagen und eine Demo-CD mit drei Arien ein, bei Eignung erfolgt eine Einladung zum Vorsingen. Ca. 30 solcher Einladungen werden ausgesprochen und fünf Glückliche erhalten am Ende ein Stipendium. Während des Programms steht ein Stamm von Kollegen mit langjähriger
Berufserfahrung den jungen Solisten als Mentoren zur Seite, um ihnen praktische Fähigkeiten zu vermitteln. Das breitgefächerte Repertoire des Musiktheaters Krefeld Mönchengladbach bietet den Teilnehmern Erfahrungen in allen musikalischen Genres, über Oper, Operette, Musical, Konzert bis hin zu möglichen spartenübergreifenden Einsätzen mit dem Schauspiel und Ballettensemble. Ein zusätzliches Angebot von Meisterkursen und Workshops für musikalische und szenische Interpretation mit prominenten Musikerpersönlichkeiten und Dozenten rundet das Ausbildungsprogramm für die Opernstudiomitglieder ab. Ferner erhalten die Stipendiaten Unterweisungen in Vertragsrecht, Agenturwesen und pragmatische Unterstützungen bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen

Das Opernstudio Niederrhein als Kooperation des Theaters Krefeld Mönchengladbach, der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf sowie der Hochschule für Musik und Tanz Köln wird ausschließlich über Sponsoren finanziert. Zurzeit engagieren sich: Josef und Hilde Wilberz-Stiftung, Prof. Dr. Hans-Joachim und Renate Menzel, Heinrich Schmidt GmbH & Co. KG, Junkers Müllers GmbH, Ernst Kreuder GmbH & Co. KG, S. und H. Prinzen Verwaltungs KG und Rolf Kalthöfer. Weitere Förderer sind willkommen.

Wer Interesse an der Arbeit des Opernstudios hat, kann sich für den kostlosen Newsletter anmelden: Victoria.Broecker@theater-kr-mg.d

Foto: Matthias Stutte

Zurück

Diese Webseite verwendet Cookies. Weiterlesen …