01.06.2021
Whisk[e]y

Whiskyzwerg: Whiskyfässer

Slainte Mhath ((ˌslɑːndʒə ˈva) ~ „slanschewaa“, gälisch für „gute Gesundheit“)

Redaktion: Sandra Koll

Häufig werde ich gefragt, welche Arten von Fässern für die Reifung von Whisky verwendet werden und welche Unterschiede es gibt.

Der Einfluss der Fässer auf den darin reifenden Whisky ist deutlich größer, als die meisten sich vorstellen. Experten sind der Meinung, dass etwa 80% der Aromen im Whisky aus dem Fass stammen.

Fast alle Fässer bestehen aus Eichenholz. Am häufigsten findet man das amerikanische Standard Barrel, auch ex-Bourbon Fass genannt, was ein Fassungsvermögen von etwa 200 Litern hat. Die Amerikaner haben nach wie vor ein Gesetz, dass Eichenfässer für die Reifung ihres Bourbon nur ein einziges Mal verwendet werden dürfen. Danach werden die Fässer z.B. nach Schottland verkauft, wo sie dann weiter verwendet werden.

Die Fässer werden bei dem Transport häufig in Dauben zerlegt und später wieder zusammen gebaut. Häufig werden die Fässer dann durch ein paar zusätzliche Dauben in ihrem Fassungsvermögen vergrößert. Diese Fässer werden Hogsheads genannt und fassen etwa 225 bis 250 Liter.

Eine weitere häufige Fassart ist das Sherry Butt, das in der Sherry Produktion in der Bodega in Spanien verwendet wird. Das Sherry Butt fasst etwa 500 Liter.

Die Größe des Fasses ist für die Reifung von entscheidender Bedeutung. Je kleiner ein Fass ist, desto größer ist die Oberfläche des Holzes im Verhältnis zur darin liegenden Flüssigkeit. Daher reifen Whiskys in kleinen Fässern auch schneller als in großen Fässern, da einfach mehr Holzkontakt besteht.

Natürlich gibt es noch viele weitere Faktoren, die die Reifung beeinflussen. Handelt es sich bei dem Fass um ein Refill (wiederbefüllt) oder ein first fill (erstbefülltes) Fass? Frische Fässer haben natürlich noch mehr Aromen abzugeben als eines, das bereits zum wiederholten Male neu befüllt wird. Entscheidend für die Aromatik ist natürlich auch, womit das Fass zuvor befüllt war, bevor es für die Whiskyindustrie verfügbar wurde. Insbesondere Starkweine, wie Port, Sherry, Madeira, Marsala, Sauternes, Moscatel, spielen bei der Whiskyreifung eine wichtige Rolle. Durch die Vorbelegung der Fässer werden diese Aromen an den Whisky aus den Fassdauben weiter gegeben. Dabei spricht man von einer additiven Reifung.

Bei der Reifung werden aber nicht nur Aromen an den Whisky abgegeben, es werden auch unerwünschte Aromen aus dem Destillat von der Fasswand aufgenommen und gebunden. Das sind vor allem Schwefelverbindungen sowie die ungewollte, metallische jugendliche Schärfe des Destillats. Dabei spricht man von einer subtraktiven Reifung. Die Qualität der Fässer ist für die Whiskyindustrie von großer Bedeutung und so werden inzwischen hohe Beträge für qualitativ hochwertige Fässer von den Destillerien bezahlt. Insbesondere Sherryfässer werden immer knapper, da weltweit zunehmend weniger Sherry getrunken wird.

Von daher abschließend mein Tipp:

Trinken Sie ab und zu mal einen Sherry. Die Fässer werden dringend gebraucht und die Destillerien werden es Ihnen danken :-)


Whiskyzwerg - Klein, aber fein am Niederrhein ist unser Motto.

In der Fußgängerzone von Wegberg betreiben wir unseren kleinen Whiskyladen mit derzeit ca. 300 verschiedenen Whiskys. Vorwiegend bieten wir schottischen Single Malt Whisky an. Ebenso fündig wird man aber auch im irischen, internationalen oder deutschen Bereich bei uns. Unabhängige Abfüller wie Gordon & MacPhail, Signatory Vintage etc. runden das Angebot ab. Regelmäßig finden an einem Samstagabend bei uns auch Whiskytastings zu verschiedenen Themenbereichen statt und aus derzeit ca. 120 offenen Whiskys kann jederzeit auch während unserer Öffnungszeiten in der gemütlichen Chesterfield-Ecke probiert werden bzw. ein Sample für zu Hause abgefüllt werden.

Whiskyzwerg - Sandra Koll
Hauptstraße 34
41844 Wegberg
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